Benedikta Padberg freut sich darauf, mit dem „Salon-Ensemble“ aufzutreten.
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Benedikta Padberg freut sich darauf, mit dem „Salon-Ensemble“ aufzutreten.

90. Geburtstag

Musikalische Autorität in Gilching

Sie ist bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund: Benedikta Padberg, Spross aus der Gilchinger Gärtnerfamilie Wurm, feierte in diesem Jahr ihren 90. Geburtstag.

Gilching - Schon als Kind stand für sie fest, ihre berufliche Zukunft in der Musik zu suchen. Mentor war kein Geringerer als der berühmte Kapellmeister Josef Horn. Die Musik ist für Benedikta Padberg Lebenselixier und Jungbrunnen gleichermaßen. Weshalb sie auch mit 90 nicht ans Aufhören denkt. Zwar musste das „Gilchinger Salon-Ensemble“, dem neben ihr als Pianistin Hans Hartmann (Klarinette), Franz Grimmel (Gitarre) und Günther Blum (Bass) angehören, eine Zwangspause wegen Corona einlegen. „Sobald es aber wieder normal weiter geht, nehmen wir auch wieder Aufträge an“, betont Padberg.

Geboren wurde sie als Zweitjüngste von insgesamt elf Mädchen und zwei Buben. Im Alter von 45 Jahren starb der Vater, die jüngste Tochter war da gerade einmal drei Monate alt. Für die Kinder bedeutete der frühe Tod des Ernährers, in die Hände zu spucken und die Mama in der Gärtnerei zu unterstützen. Als Ausgleich zum harten Arbeitsleben durften die Kinder Musikunterricht in der angrenzenden Rosenburg nehmen. „Ich erinnere mich noch gut daran, als wir sonntags den großen Tisch in den Hof trugen und gemeinsam gesungen und musiziert haben“, erzählt Benedikta Padberg. „Spaziergänger blieben oft am Zaun stehen und haben uns zugehört.“

Da ihr zudem das Talent mitgegeben wurde, nicht nur zu singen, sondern auch Orgel, Zither sowie Klavier zu spielen, setzte sich der Gilchinger Josef Horn, Komponist und Hofkapellmeister im Bayerischen Hof, für sie ein, das Konservatorium zu besuchen. Nach zwei Jahren jedoch musste sie es wieder verlassen – es gab viel Arbeit in der heimischen Gärtnerei und wenig Verständnis für eine Karriere als Pianistin.

1956 heiratete sie Franz Padberg. Das Paar bekam sieben Kinder, fünf Buben und zwei Mädchen. Trotz viel Arbeit blieb Zeit für Hausmusik. Die junge Mutter übernahm zudem den Posten als Organistin in St. Nikolaus, später auch in St. Vitus und St. Sebastian. Zudem leitete sie Kirchen- und Jugendchöre sowie den Männergesangverein. „Wichtigster Mann im Männergesangverein ist eine Frau mit sieben Kindern“, titelte der Journalist Paul Sahner 1971 anlässlich ihres 40. Geburtstage in einer Münchner Lokalzeitung.

In Erinnerung ist Padberg ein Auftritt nach Kriegsende bei den Amerikanern auf dem Flughafen Oberpfaffenhofen geblieben. „Ich leitete damals schon einen Kinderchor, mit dem sollten wir an Weihnachten ,Stille Nacht‘ auf englisch singen. Den Text kann ich noch heute“, sagt sie und singt los, als stehe das Christkind vor der Tür.

Und was ist aus dem Fest anlässlich des 90. Geburtstages geworden? „Wir konnten ja im Januar wegen Corona nicht feiern. Das haben wir kürzlich in der kleinen Gastwirtschaft meines Sohnes Franz Padberg in Etterschlag nachgeholt. Mit 30 Gästen waren nur Familienmitglieder da.“ Dazu gehörten unter anderem die sieben Kinder, 13 Enkel, fünf Urenkel sowie Schwester Klara (97) aus Regensburg und Schwester Constantia (bürgerlich Paula), die im Waldsanatorium in Planegg zu Hause ist. ULI SINGER

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