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Weder Aufzug noch barrierefreien Zugang wird es an der östlichen Seite des S-Bahnhofs Gilching-Argelsried laut Planung geben. Dafür haben Proteste von Anwohnern gesorgt, sagt der Gilchinger Bauamtsleiter Max Huber.

Bahnhof Argelsried

Nach Anwohner-Protesten: S-Bahn-Halt nur einseitig barrierefrei

Der lang ersehnte barrierefreie Umbau des S-Bahn-Halts Argelsried schien auf gutem Weg. Nach Protesten von Anwohnern verzichtet die Bahn nun aber auf einer Seite darauf.

Gilching – Seit gut zwei Jahrzehnten kämpft die Gemeinde Gilching in Kooperation mit vielen Bürgern, die nicht mehr gut zu Fuß sind, um einen barrierefreien Ausbau des S-Bahnhofes Gilching-Argelsried. Das Projekt schien auf einem guten Weg, als im Februar das Planfeststellungsverfahren eröffnet wurde. Nun ist klar: Weil sich Anwohner des Herrschinger Weges durch den geplanten barrierefreien S-Bahn-Zugang gestört fühlen, wird es östlich des Bahnhofes weder einen breiten Treppenaufgang noch einen Lift geben. Diese Elemente waren ursprünglich eingeplant.

Die Kommune hatte für den barrierefreien Ausbau Druck auf die Bahn ausgeübt, seit in direkter Nachbarschaft zum Bahnhof im Betreuten Wohnen und im BRK-Pflegeheim rund 160 Menschen wohnen. Im Sommer 2015 gab es dann den ersten Lichtblick. Die Deutsche Bahn teilte der Gemeinde mit, dass der Ausbau im „Bayern-Paket 2013 bis 2018“ berücksichtigt wurde und eine Realisierung der Barrierefreiheit für 2018 vorgesehen ist.

Bauamtsleiter: Haben nichts mehr von Regierung gehört

Das Planfeststellungsverfahren, für das die Regierung von Oberbayern zuständig ist, wurde eingeleitet. Die Pläne lagen im Zeitraum 16. Februar bis 17. März 2017 im Rathaus zur Einsicht aus. „Seither haben wir trotz mehrmaligem Nachfragen nichts mehr gehört“, klagt Gilchings Bauamtsleiter Max Huber.

Auf Nachfrage erklärte Corinna Korn, Sprecherin der Regierung von Oberbayern, dass vor der Auslegung – bereits am 24. Januar – mit der Anhörung bei den vom Vorhaben betroffenen Gemeinden begonnen wurde. „Einwendungen konnten direkt bei der Gemeinde beziehungsweise bei der Regierung von Oberbayern erhoben werden.“ Es seien keine wesentlichen „Dissenspunkte“ erkennbar gewesen, sagt Sprecherin Korn.

Bauamtsleiter nach Protesten: „Es ist wirklich schade“

„Allerdings hat die Vorhabenträgerin auf die Errichtung eines Aufzuges und eines neuen Treppenaufgangs am östlichen Ausgang der Personenunterführung Herrschinger Weg verzichtet. Die Planunterlagen werden dementsprechend modifiziert.“ Ob der Lift im Rahmen des barrierefreien Ausbaus auf Seite des Bahnhofsplatz berücksichtigt wird, steht noch nicht fest. Im Klartext bedeutet das aber: Fahrgäste können den Bahnsteig nur vom Bahnhofsplatz aus barrierefrei erreichen. 

Es gab Proteste von Anwohnern am Herrschinger Weg, die Einspruch gegen den barrierefreien Zugang erhoben haben, weiß Bauamtsleiter Max Huber. „Inwieweit dies aber berücksichtigt wurde, war mir bis jetzt nicht klar. Es ist wirklich schade, dass jetzt nur einseitig ausgebaut wird und durch die Einsprüche verhindert werden konnte, dass Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen auch künftig keinen barrierefreien Zugang auf der östlichen Seite haben. Für diese Menschen bedeutet das, einen weiten Umweg in Kauf zu nehmen.“

Eine neue Auslegung werde es aber nicht geben, sagt Huber. „Die Bahn ändert jetzt die Pläne, danach wird der Planfeststellungsbeschluss gefasst. Ich denke, dass wie versprochen im Frühjahr mit der Umsetzung des barrierefreien Ausbaus begonnen wird.“ Dann aber ohne breite Treppe und Lift an der östlichen Seite.

Von Uli Singer

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