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Bei dem Gilchinger Caterer soll es einen Vor-Ort-Termin geben.

Schüler in Herrsching am Montagvormittag getestet

Nach Corona-Ausbruch: Eltern lassen aus Sorge 61 Kinder zu Hause

  • Peter Schiebel
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Schüler in Herrsching wurden nach dem Corona-Ausbruch am Montagvormittag getestet. Landrat Stefan Frey kündigt indes einen Ortstermin bei dem Gilchinger Caterer an.

Herrsching/Gilching – Die Verunsicherung bei Eltern der Christian-Morgenstern-Schule in Herrsching ist groß. Wie berichtet, sind zwei Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden: einer aus der Klasse 2c, ein anderer aus der 5b. Weil die Klassen derzeit wie überall im Landkreis geteilt unterrichtet werden, stehen insgesamt 22 Schüler und zwei Lehrkräfte unter Quarantäne. Vorsorglich blieben gestern aber noch zahlreiche andere Stühle in der Grund- und Mittelschule leer. Nach Angaben von Herrschings Bürgermeister Christian Schiller blieben weitere 61 Kinder zu Hause, weil sich deren Eltern Sorgen um eine mögliche Ansteckung gemacht hatten.

Die 22 Kinder und die zwei Lehrkräfte aus den betroffenen Klassenteilen wurden gestern Vormittag einem Coronatest unterzogen. Dafür hatte die Herrschinger Feuerwehr hinter dem Gerätehaus ein Zelt, Bierbänke und einen Korridor aufgebaut. Mitarbeiter von Aicher Ambulanz nahmen dann die Abstriche vor. Mit Ergebnissen ist nach Angaben des Landratsamtes frühestens heute zu rechnen.

591 Infizierte und enge Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne

Erstmals seit mehr als einer Woche hatte sich die Lage im Landkreis gestern wieder beruhigt. Bis 16 Uhr waren keine weiteren Infizierten bekannt. Aktuell befanden sich noch 591 Infizierte und enge Kontaktpersonen in häuslicher Quarantäne, die allermeisten von ihnen leben in fünf Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis.

Derweil kündigte Landrat Stefan Frey in einem Gespräch mit dem Starnberger Merkur eine Vor-Ort-Begehung beim Catering-Unternehmen Apetito in Gilching an. Von den etwa 120 Mitarbeitern hatten sich binnen kürzester Zeit mehr als 40 mit dem Virus infiziert, seit dem vergangenen Wochenende ruht der Betrieb in dem Speisenverteilzentrum für die Münchner Unikliniken. Frey möchte herausfinden, wie sich das Virus so schnell ausbreiten konnte. Bei der Begehung gehe es um die Einhaltung der Hygienestandards in dem Betrieb genauso wie um das Belüftungssystem, sagte er. 

Raumtemperatur entscheidend für Ausbreitung?

Möglicherweise haben auch die Raumtemperaturen bei der Ausbreitung eine Rolle gespielt. „In den Räumen, in denen die Mitarbeiter am Standort Gilching die Speisen portionieren, herrschen zwölf Grad“, hatte eine Unternehmenssprecherin erklärt. Für die fachliche Expertise sollen Mitarbeiter des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bei dem Vor-Ort-Termin dabei sein, sagte Frey. Davon hängt auch ab, ob der Betrieb bei Apetito nach der 14-tägigen Quarantäne wieder anlaufen kann.

Überhaupt lobte der Landrat die Zusammenarbeit mit den Behörden des Freistaats. Er stehe in täglichem Kontakt mit der Spitze des Bayerischen Gesundheitsministeriums und mit der Oberbayerischen Regierungspräsidentin Maria Els – „damit die Staatsregierung auf dem Laufenden ist“, wie Frey sagte. 

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