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Michael Jahnke in seinem Zimmer im Erdgeschoss des Gilchinger Wohnhauses: Wegen des Wasserschadendes durch die Löscharbeiten ist es ebenfalls unbewohnbar.

Nach Gilchinger Wohnhausbrand

Studenten stehen vor dem Nichts

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Gilching - Viel schlimmer kann ein Jahr fast nicht beginnen: Vier in Gilching lebende Studenten haben am Montag durch den Brand ihr Dach über dem Kopf verloren, Papiere und zum Teil auch alle Klamotten. Doch es gibt Hilfe.

Maria Dilg ist immer noch geschockt von der Katastrophe, die sich am Montag in der Früh direkt im Haus neben ihr am Steinlacher Weg in Gilching abgespielt hat. Sirenen und Stimmen hatten sie geweckt. „Mein Mann hat dann aus dem Fenster geschaut. Da hat es schon lichterloh gebrannt.“ Maria Dilgs größte Sorge galt vor allem den vier jungen Bewohnern. „Ich habe einen Feuerwehrmann gefragt. Er sagte, sie seien schon in der Klinik.“ Alle sind wohl mit einem Schrecken davongekommen. Das sieht auch Michael Jahnke (27) so, einer der vier, die am Montag ihr Hab und Gut verloren haben.

Er bewohnte ein Zimmer im Erdgeschoss. „Ich hab noch geschlafen und dann Lärm gehört. Im Pyjama bin ich raus aus dem Haus – ohne irgendwas dabei, kein Handy, keine Geldbörse.“ Sein Zimmer ist weniger Opfer der Flammen als vielmehr eins des Löschwassers geworden – und ebenfalls unbewohnbar. „Aber ich lebe noch, wir alle leben noch“, sagt der junge Mann, der gerade sein Physik-Studium beendet hat und nun auf der Straße sitzt.

Er und seine einstigen WG-Gefährten, alles Studenten aus Deutschland, Österreich und Brasilien, sind fürs erste bei Familie und Freunden untergekommen. Bei den anderen gilt diese Lösung wohl auch für länger, bei ihm wird es schon in wenigen Tagen kritisch. Er hat auf die Schnelle bei Freunden in Schwabing Unterschlupf gefunden, muss das Zimmer dort aber in zwei. drei Tagen räumen. Der junge Physiker braucht also dringend eine Wohnung.

Gemeinde kann nicht helfen

In der Gemeinde Gilching ist man auf Ereignisse dieser Art nicht vorbereitet. „Für Fälle wie diese gibt es keine Lösung“, sagt Bürgermeister Manfred Walter. Er könne dann nur Adressen von Pensionen oder eingerichteten Appartements vermitteln. „Aber im Allgemeinen sind die auch alle ausgebucht.“

Wie es weitergeht, das weiß Michael Jahnke nicht so genau. Ein bisschen ratlos steht er in seinem verwüstet aussehenden Zimmer und packt sein Zeug in Kisten. Ein Teil seiner Mitbewohner ist ebenfalls vor Ort, es gilt zu retten, was zu retten ist, alle wirken angeschlagen. Jahnke hat auch Angst, dass Einbrecher das Haus plündern könnten – daher haben er und seine ehemaligen WG-Bewohner gestern alles an Wert aus dem Haus getragen. „Nicht, dass wir viel gehabt hätten, aber man weiß ja nie, worauf die aus sind.“ Das Wasser hat ihnen die Gemeinde gleich abgedreht, auch Strom gibt es keinen mehr. Wenigstens die vier Kaninchen sind versorgt, doch auch für die drei Hühner muss noch eine Regelung gefunden werden. Sie können aber wohl erst noch im Garten bleiben.

Mit den Hausbesitzern hat es gestern Morgen ein erstes Zusammentreffen gegeben. „Ihre Kindheitserinnerungen hängen an dem Haus“, sagt Jahnke. Das Gebäude ist wohl nicht zu retten und soll abgerissen werden. Über allem schwebt schließlich noch die große Frage: Wer kommt für den Schaden auf? Darüber will Jahnke dann noch gar nicht nachdenken. Die Kripo Fürstenfeldbruck ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung – ein Bewohner soll einen Infrarotstrahler so nah am Bett aufgestellt haben, dass das Bettzeug in Brand geriet.

Auch Maria Dilg macht sich über die Zukunft ihrer einstigen Nachbarn, die alle im Alter zwischen 21 und 36 Jahren sind, ihre Gedanken. „Manchmal war der Garten etwas unaufgeräumt – aber sie waren unglaublich freundlich und auch sehr ruhig. Es ist so schade, dass diese Zeit nun vorbei ist, sie alle weg sind.“ Vor Weihnachten haben die vier Maria Dilg und ihren Mann Manfred besonders gerührt: Eines Abends habe es geklingelt. Die vier jungen Männer hätten vor der Tür gestanden, einer mit einer Gitarre, die anderen mit Kerzen in der Hand. „Und dann haben sie alle Strophen von Stille Nacht gesungen. Und uns Frohe Weihnachten gewünscht.“

Sie wollen helfen?

Neben einem Dach über dem Kopf wird kurzfristig Lagerplatz für Kartons gesucht. Wer helfen möchte, wendet sich bitte unter (0 81 51) 26 93 37 oder per E-Mail an redaktion@starnberger-merkur.de an die Redaktion des Starnberger Merkur.

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