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Jährliche Skater-Contests wie diesen auf der Anlage an der Gilchinger Glatze im Jahr 2013 wünschen sich die Jugendlichen weiterhin – allerdings an einem neuen Standort.

Neuer Standort

Jugendliche gehen für Skateranlage in die Offensive

  • Sebastian Raviol
    vonSebastian Raviol
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Die Skateranlage an der Gilchinger Glatze – ein Provisorium – muss auf lange Sicht weichen. Die Jugendliche wollen nun, dass sich der Gemeinderat frühzeitig um eine neue Lösung kümmert.

Gilching – Der Jugendbeirat und Jugendreferent Christian Winklmeier wollen kein Risiko eingehen. Ein Fall, wonach die Gilchinger Skateranlage am Starnberger Weg durch die geplante Bebauung ersatzlos wegfällt, soll nicht eintreten. Deshalb haben der Jugendbeirat und Winklmeier für die kommende Gemeinderatssitzung am 19. September einen Antrag eingebracht. Demnach soll sich die Gemeinde für einen neuen Standort aussprechen, Planungskosten im Haushalt 2018 einstellen und einen Bau im Jahr 2019 beschließen.

Keine Zukunft an der Glatze: „Anlage ist baufällig“

„Mit der Bebauung an der Gilchinger Glatze wird es sicher noch das ein oder andere Jahr dauern“, sagt Winklmeier. „Aber sollen wir wirklich abwarten, bis gebaut wird? Wir wollen parallel schauen, wo eine Skateranlage entstehen kann.“ 230 Jugendliche aus Gilching und der Umgebung hätten sich bei einer Unterschriftenaktion generell für eine Überarbeitung der bestehenden Skateranlage ausgesprochen. „In Gesprächen hat sich dann herausgestellt, dass sie sich eine Dauereinrichtung wünschen“, berichtet der hiesige SPD-Direktkandidat für die Bundestagswahl. Das derzeitige seit Jahren genutzte Provisorium am Starnberger Weg „ist für alle schlecht – für Anwohner und Jugendliche“, sagt Winklmeier. Die Jugendlichen beschwerten sich mehr und mehr wegen des Zustands. „Die Anlage ist ein bisschen baufällig. Sie wünschen sich eine Anlage, wo man sich nicht verletzt.“ Vor allem geht es ihnen um den Boden und die Rampen.

Neue Anlage soll tiefer liegen und aus Beton sein

Die Probleme sollen mit einem Neubau beseitigt werden. Dafür favorisieren Winklmeier und der Jugendbeirat den Standort am Starnberger Weg, bei der Kletterhalle. Die Nähe zum Abenteuerspielplatz sowie zur Montessori-Schule und zur James-Krüss-Grundschule sieht Winklmeier als entscheidenden Vorteil. „Dort gibt es auch eine soziale Kontrolle. Gibt es Verletzungen, ist immer jemand in der Nähe.“ Auch die S-Bahn sei mit einem Scooter – einem Roller – nur fünf Minuten entfernt. Auf der Anlage sollen dann Scooterfahrer, Skater und auch Biker ihren Spaß haben.

Am Starnberger Weg hätten die Jugendlichen zudem genügend Freiheiten, erklärt Winklmeier. „Es ist ein Standort, der die Bevölkerung nicht belästigt.“ Dafür sorgen soll auch die Art der Bebauung. Nach Wunsch des Jugendbeirats soll die Anlage etwas tiefer liegen, die Rampen aus Beton bestehen und ein Sonnensegel etwas Schall abfangen.

Der Plan: Zustimmung 2017, Planung 2018, Bau 2019

Der Plan der Jugendlichen: Zustimmung am 19. September, Planung im kommenden Jahr und Bau 2019. Für die Planung soll der Gemeinderat laut Antrag 20 000 Euro zurückstellen. Wie hoch die Baukosten sind, mag Winklmeier nicht schätzen. „Das weiß ich nicht – das werde ich im Gemeinderat so auch ehrlich sagen. Es kommt auch auf die Art der Umsetzung an.“ Winklmeier hofft auf einen Kompromiss: „Noch ein bis eineinhalb Jahre am alten Standort, dann neu bauen.“ Sollte nichts vorangehen, befürchtet er, dass die Jugendlichen zu anderen Anlagen nach Neuaubing oder zwischen Laim und Hirschgarten abwandern.

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