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Einen natürlichen Umgang mit dem Tod pflegen Marie-Luise Schneider (l.) und Irene Schuster.

Ambulanter Hospiz- und Palliativdienst

Begleiter in der letzten Lebensphase

Gilching – Der Ambulante Hospiz- und Palliativdienst weitet sein Angebot im Landkreis Starnberg aus.

Der Tod ist für viele Menschen noch ein Tabu-Thema. Sie scheuen sich, die Endlichkeit des Lebens zu akzeptieren. Der ambulante Hospizdienst zum Beispiel in Schulen, um mit den Kindern über Krankheit, Sterben und dem Leben nach dem Tode zu sprechen. Allgemein wird das Schwinden ehrenamtlichen Engagements beklagt, nicht beim ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Malteser. Im Landkreis Starnberg und im Würmtal engagieren sich 65 Frauen und Männer als Sterbebegleiter für Erwachsene, 30 sind es beim Kinder- und Jugendhospizdienst. Derzeit werden 15 weitere Mitarbeiter ausgebildet, die künftig in Gilching, Inning, Wörthsee, Weßling und Seefeld zum Einsatz kommen sollen. 

Die Ausbildung dauert neun Monate. „Die Sterbebegleiter übernehmen eine große Verantwortung. Deshalb ist es wichtig, sie intensiv auf diese Aufgabe vorzubereiten“, sagt Irene Schuster, Koordinatorin und Trauerbegleiterin. Die Zentrale der Malteser-Hospizdienste mit fünf Mitarbeitern befindet sich in Gräfelfing, eine Koordinationsstelle ist im katholischen Pfarramt St. Sebastian in Gilching angesiedelt. Nach welchen Kriterien wird ein Sterbebegleiter ausgesucht? „Der Patient wird zunächst von jemandem aus der Koordinationsstelle besucht. Dann wird entschieden, wer sich für den Weg der letzten Lebensphase als Begleiter eignet. 

"Auf die Patienten und deren Angehörige kommen keinerlei Kosten zu"

So unterschiedlich unsere Ehrenamtlichen sind, so unterschiedlich sind auch die Patienten.“ Der Umgang mit dem nahenden Tod sei in jedem Fall anders, sagt Schuster. „Manchen Leuten fällt der Abschied vom Leben sehr schwer. Andere wiederum geben sich entspannt und schätzen, dass sie ein erfülltes Leben hatten. Wichtig ist nur, dass der Patient seine Sorgen äußern und auch über sein bisheriges Leben sprechen kann sowie in dem Sterbebegleiter jemanden hat, der ihm zuhört oder sich auch mal ein Fußballspiel im Fernsehen mit ihm anschaut.“ Ein weiterer Schwerpunkt in der Hospizbewegung ist das Projekt „Hospiz macht Schule“. So sei man regelmäßig mit jeweils fünf Hospizhelfern in der Montessori-Schule in Gilching zu Gast. Gesponsert werde diese Aktion durch das Unternehmen EATON Aerospace. 

„Die Kinder im Alter zwischen neun und elf Jahren sind im Gegensatz zu Erwachsenen viel offener und auch hochgradig philosophisch“, schwärmt Schuster. Sie scheuen sich auch nicht, ungeniert Fragen zu den Themen Krankheit, Sterben, Trauern und Trösten zu stellen. „Meist findet im Anschluss eine Malaktion zu den verschiedenen Themen statt. Interessant sei ein Besuch in einer Schule mit vielen Flüchtlingskindern gewesen. „Die waren froh, einmal über ihre grausamen Erlebnisse sprechen zu können.“ Finanziert werden die Dienste durch Spenden und durch einen Fond der Krankenkassen. „Auf die Patienten und deren Angehörige kommen keinerlei Kosten zu“, betont Schuster. Weitere Infos auf www.malteser-hospizdienst.de.

Von Uli Singer

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