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Viel zu erzählen hatte Hans Lampl (M.) zur Ausstellung im neuen Gilchinger Heimatmuseum. Aufmerksam hören Landrat Karl Roth, Bürgermeister Manfred Walter und Kreisheimatpfleger Gerhard Schober (v.l.) zu.

Heimatmuseum Gilching

Auf den Spuren der „Kiltis“

„Alle großen Dinge haben mal klein angefangen“, sagte Bürgermeister Manfred Walter am Samstag bei der Eröffnung des Museums „SchichtWerk“. Initiatoren sind die Mitglieder des Vereins Zeitreise, die im historischen Wersonhaus Gilchings erstes Heimatmuseum eingerichtet haben.

Gilching – Es sei einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Zeitreise-Team zu verdanken, dass nun im ersten Stock des Wersonhauses die Geschichte Gilchings auch für die nächsten Generationen nachvollziehbar geworden ist, sagte Walter. Begeistert zeigte sich Landrat Karl Roth von den zusammengetragenen Fundstücken. Zwar sind die zwei Skelette der „Kiltis“ vorerst nur visuell vorhanden, da die Originale noch fachmännisch untersucht werden. Doch ein Besuch lohnt in jedem Fall, riet der Landkreischef. „Ich bin selbst ein Fan von Ausgrabungen und besuche viele Ausstellungen. Hier in Gilching kann jetzt die Geschichte der Gemeinde speziell auch für Kinder lebendig dargestellt werden.“

Zu Gast war auch Dr. Sabine Mayer vom Landesamt für Denkmalpflege. „Wenn ich gefragt werde, ein Beispiel für den Wert und für ehrenamtliche Mithilfe im Bereich Archäologie und Denkmalpflege zu nennen, fällt mir als erstes Gilching ein“, sagte sie. „Sie haben sich dieses Museum redlich verdient.“

Treibende Kraft war seit Jahren Annette Reindel, Vorsitzende des Vereins Zeitreise. 2008 wurde erstmals der Wunsch nach einem eigenen Museum laut. Seitdem wurde an der Verwirklichung gearbeitet. „Heute schreiben wir Geschichte“, betonte Reindel. Sie erzählte den Werdegang seit Gründung des Vereins vor 14 Jahren bis zur Eröffnung der Ausstellung „SchichtWerk“. Der Name geht auf den verstorbenen Rudi Schicht zurück, der über Jahrzehnte die Geschichte Gilchings erforscht und in mehreren Chroniken festgehalten hat. Ebenso wie Hans Lampl, der in Kooperation mit Schicht die Geschichte der Ortsteile Geisenbrunn und Argelsried aufarbeitete.

Lampl, der kürzlich seinen 90. Geburtstag gefeiert hat, war am Samstag Ehrengast bei der Eröffnung und begeistert vom Resultat langjähriger Ausgrabungen und Nachforschungen. Er und Schicht hatten 2013 die Gründung des archäologischen Vereins initiiert, aus dem der Verein Zeitreise hervorgegangen ist. Lampl, der während der Eröffnungsreden einen kleinen Schwächeanfall erlitt, weigerte sich hartnäckig, den Krankenwagen zu besteigen und sich ins Krankenhaus fahren zu lassen. Er erholte sich wieder und konnte bei der Führung durch die Ausstellung den etwa 50 geladenen Gästen viele interessante Geschichten erzählen.

SchichtWerk

ist jeden Dienstag von 10 bis 12 Uhr (außer Ferien und Feiertagen) und an jedem zweiten Sonntag im Monat von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Für Einzel- und Gruppen-Führungen können Termine vereinbart werden. Möglich sind auch Kindergeburtstage mit Programm. Weitere Informationen im Internet auf www.schichtwerk-gilching.de.

Uli Singer

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