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So soll der Bahnhof einmal aussehen: eine Skizze der Außenfassade vom neuen Bahnhof. Jörg Frey freut sich darauf, dass der Betrieb im Kulturbahnhof bald startet.

Bahnhof Argelsried

Kulinarik und Kultur im Gleis 8

Der Pächter steht fest: Jörg Frey soll die Kulturstation im alten Bahnhof Argelsried in Schwung bringen.

Gilching Die Katze ist aus dem Sack: Der Betreiber, der ab Frühjahr nächsten Jahres den Kulturbahnhof in Gilching übernehmen wird, heißt Jörg Frey. Ginge es nach ihm, würde er schon morgen starten. Doch erst muss das arg heruntergekommene Bahnhofsgebäude saniert und umgebaut werden.

Wie berichtet, wurde vor wenigen Tagen mit den Umbauarbeiten des historischen Gebäudes an der S-Bahn-Station Gilching-Argelsried begonnen. „Ich freue mich schon riesig darauf, endlich starten zu können“, sagt Jörg Frey. Das Konzept steht und der Name sei Programm. „Gleis 8“ wird das künftige Bistro heißen, eröffnet der 48-Jährige. „Es sollte ja einen direkten Bezug zum Standort haben. Und auf den Gleisen fährt halt nun mal die S-Bahn- Linie 8.“

Wirft man einen Blick auf das umfangreiche Konzept, könnte einem fast schwindlig werden. Der künftige Chef von „Gleis 8“ hat sich einiges vorgenommen und ist überzeugt davon, es mit guten Leuten auch stemmen zu können. Ab April nächsten Jahres, vorausgesetzt die Umbauarbeiten sind bis dahin abgeschlossen, soll der Kiosk innerhalb der ehemaligen Wartehalle werktags zwischen 5.30 und 19 Uhr und an den Wochenenden von 8 bis 16 Uhr geöffnet haben. Die Öffnungszeiten für das künftige Bistro hat der Restaurantfachmann mit Kochausbildung vorerst zwischen 9 und 23 Uhr festgelegt.

„Ich weiß, dass die nächste Zeit viel Arbeit auf mich zukommt und wenig Zeit für die Familie bleibt“, sagt der Papa von zwei Kindern im Alter von acht und vier Jahren. Er räumt zwar ein, dass er sich mit dem Kulturtreff einen lang gehegten Traum erfüllt. „Wichtig war mir aber, dass meine Frau hinter mir steht und das Projekt mit unterstützt. Anders wäre es nicht gegangen.“ Ehefrau Corinne Frey ist als Wissenschaftlerin beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt beschäftigt. Hört man dem gebürtigen Hannoveraner aufmerksam zu, spürt man die Leidenschaft, die mitschwingt. Auch was das künftige Angebot an gastronomischen Speisen anbelangt. „Ich werde viel Herzblut in die Auswahl der Gerichte stecken und in jedem Fall bei der Verarbeitung auf saisonale und regionale Produkte Wert legen. Im Übrigen wird täglich frisch gekocht. Aber auch das Bier stammt aus der Region.“

Wie ursprünglich bei einem Wettbewerb zur künftigen Nutzung des alten Bahnhofgebäudes von Bürgern gewünscht, wird auch die Kultur zu ihrem Recht kommen. Auf dem Programm stehen laut Frey Livemusik, „ich werde da eng mit der Musikschule und heimischen Künstlern zusammenarbeiten“, Lesungen und hin und wieder auch einen Tag der Begegnung, bei dem Menschen fremder Länder ihre traditionelle Küche und ihre Tradition vorstellen können. Sonntags ist außerdem zwischen 9 und 14 Uhr Brunch angesagt. Stolz ist Frey auf eine extra lange Theke, an der Gäste einen Espresso oder einen Cocktail schlürfen können.

Den Hauptteil der Umbauarbeiten hat die Gemeinde Gilching übernommen. Die Kosten liegen bei rund 1,4 Millionen Euro. Da Frey jedoch betreffend Ausstattung wie Beleuchtung und Möblierung Extrawünsche hat, investiert er auch privat. „Mein Wunsch ist es, Gastgeber für alle Bürger zu sein. Sie sollen sich hier einmal wohlfühlen und Gleis 8 als zweite Heimat sehen.“

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