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„Unternehmer des Jahres“ Peter Reisenthel (r.) mit seiner Frau Rita (l.), seiner Produktdesignerin Katja Horst und mit Manfred Herz, dem Kreischef der Mittelstandsunion. 

Peter Reisenthel

Ein Visionär aus Gilching ist „Unternehmer des Jahres“

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Er ist der Mann mit dem Carrybag, dem weltweit 6,5 Millionen Mal verkauften Einkaufskorb: Am Mittwochabend zeichnete die Mittelstandsunion der CSU den Gilchinger Unternehmer Peter Reisenthel (73) als „Unternehmer des Jahres“ aus.

Gilching – Mit seinem Carrybag, diesem praktischen Korb aus Aluminium und Tuch, hat Peter Reisenthel sogar den Landrat bekehrt. „Ich traue es mich gar nicht zu sagen, aber mit diesem Korb gehe sogar ich gerne einkaufen“, sagte Karl Roth. Finanzminister Markus Söder hat ähnliche Erfahrungen mit Produkten aus dem Hause Reisenthel gemacht, interpretiert sie aber anders: „Leider hält der Korb wirklich, jetzt muss ich immer die Flaschen aus dem Keller holen.“

Körbe, Taschen, Rucksäcke, Accessoires – Roth, Söder und die CSU-Landtagsabgeordnete Dr. Ute Eiling-Hütig würdigten am Mittwochabend vor 230 geladenen Gästen in der Gilchinger Reisenthel-Zentrale den 73 Jahre alten Firmengründer, Visionär und Unternehmer, den die Mittelstandsunion dort zum „Unternehmer des Jahres“ kürte. „Sie sind ein Vorbild, wie wir es uns für Bayern wünschen“, sagte Söder. In Reisenthel brenne ein inneres Feuer, er sei mit Spaß und Freude bei der Sache und übernehme auch soziale Verantwortung.

Die Zahlen sprechen für sich: 82 Mitarbeiter zählt Reisenthel in Gilching, jeder Fünfte ist seit mehr als zehn Jahren dabei. Seit dem Bezug der neuen Zentrale im Gewerbegebiet Süd vor rund zehn Jahren habe er 9,8 Millionen Euro Gewerbesteuer ins Gemeindesäckel gezahlt, sagte der Unternehmer.

Er nutzte die Stunde für einen launigen Firmenrückblick. Wie er vor 46 Jahren mit einem Zeichenblock, Blaupapier, einem Stempel, einer Reiseschreibmaschine und „einer ganzen Menge Energie und Ideen“ begann – Schlüsselanhänger aus Leder mit Initialen aus Metall avancierten zum ersten Verkaufsschlager. Wie er im Herbst 1978 erstmals nach China reiste, wo er fortan Waren produzieren ließ. „Ich wollte acht Farben haben, die hatten aber nur Blau und Grün.“ Wie die ersten Lieferungen mit der Transsibirischen Eisenbahn in Pasing ankamen. Und wie er im Jahr 2003 mit seiner Produktdesignerin Katja Horst den Carrybag entwickelte.

„Wir wollten einen modernen Weidenkorb machen“, erinnerte er sich. Ein Erfolg, der seinesgleichen sucht: 6,5 Millionen verkaufte Exemplare weltweit, ein Händlerumsatz nur mit diesem einen Produkt von einer Viertelmilliarde Euro, rechnete Manfred Herz vor, der Kreisvorsitzende der Mittelstandsunion. Auch der Bottlebag, eine Tragetasche für Flaschen, und die Storageboxen, also Aufbewahrungskisten, avancierten zu Millionensellern. „Reisen-thel ist eine weltweit bekannte Marke, die in über 50 Ländern vertreten ist“, sagte Herz in seiner Laudatio. Reisenthel-Produkte gebe es im KaDeWe in Berlin, bei Harrods in London und in der Galerie Lafayette in Paris.

Auch den „typischen Peter-Reisenthel-Gedanken“ hat Herz analysiert: „Das gute Alte durch das schöne Neue zu ersetzen.“ Das Ziel des Unternehmers sei es seit über vier Jahrzehnten, das Leben schöner, fröhlicher und praktischer zu machen. In den 1970er-Jahren habe er den „altbackenen Haushalt in Deutschland entstaubt“, 45 Jahre nach dem ersten Schlüsselanhänger präsentiere sich im modernen Firmensitz ein kerngesundes Unternehmen, sagte Herz. Für Reisenthel selbst ein Verdienst seines Teams: „Danke, danke, danke für diese vielen Jahre.“

Viel Applaus gab es für den Unternehmer – von Mitarbeitern, Politikern und Wirtschaftsgrößen wie seinen Vorgängern als Unternehmer des Jahres, Molkerei-Chefin Barbara Scheitz und Oliver Heine von Heine Optotechnik.

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