In Gilchinger Gewerbegebiet

Polizei-Razzia gegen Tunerszene: Streifenwagen blockieren Zufahrt

Die Polizei hat in der Nacht auf Samstag in Gilching ein Treffen der Autotuning-Szene gesprengt und drei Fahrzeuge beschlagnahmt. Der Einsatz kam nicht von Ungefähr.

Gilching – Drei Fahrzeuge sichergestellt, zahlreiche Anzeigen – der Einsatz der Polizei in der Nacht von Freitag auf Samstag in Gilching war erfolgreich. Eigentlich wollten die Beamten die Tunerszene durch Verkehrskontrollen in die Schranken weisen, doch dann gab es einen wichtigen Tipp.

Da schon seit einiger Zeit bei der Polizei in Germering, die Gilching betreut, vermehrt Hinweis auf illegale Autorennen eingehen, wollten die Beamten mit Unterstützung speziell geschulter Kollegen aus Gauting der Szene in Gilching Einhalt gebieten. In den Meldungen war von von lauten getunten Pkw die Rede, die mit aufheulenden Motoren und offenen so genannten Klappenauspuffanlagen durch den Ort fahren.

Gegen 23 Uhr richteten die Polizisten eine Kontrollstelle an der Landsberger Straße ein. Germerings stellvertretender Inspektionsleiter Andreas Ruch: „Bereits eine Viertelstunde nach Beginn der Kontrolle wurde ein grauer BMW mit nicht zulässiger offener Klappenauspuffanlage aus dem Verkehr gezogen, dessen 20-jähriger Fahrer aus Gilching zudem die Zulässigkeit seiner verbauten Räder (Felgen/Reifenkombination) nicht nachweisen konnte. Kurz darauf wurde ein 63-jähriger Skoda-Fahrer, ebenfalls aus Gilching, mit 1,4 Promille in der Kontrollstelle angehalten, der seine Fahrt ebenfalls nicht mehr fortsetzen durfte und stattdessen seinen Führerschein abgeben musste. Zudem gerieten noch zwei Fahrradfahrer ohne Licht in die gemeinsame Kontrollstelle, die jeweils mit 20 Euro verwarnt wurden.“

Polizei blockiert Parkplatz und setzt Fahrer fest

Gegen 0.30 Uhr jedoch änderte sich die Lage schlagartig. Auf einem Parkplatz an der Dornierstraße hatten sich etwa 30 Personen mit offensichtlich getunten Fahrzeugen versammelt – was nach den Corona-Vorschriften verboten ist. Alle Streifen fuhren dorthin. „Vor Ort wurde umgehend die Ausfahrt des Parkplatzes durch quergestellte Streifenfahrzeuge blockiert, so dass niemand das Areal motorisiert verlassen konnte“, berichtet Ruch. Die Polizisten hätten auf dem Parkplatz insgesamt 25 Personen festgestellt, die mit ihren Fahrzeugen „offensichtlich ein derzeit nicht zulässiges Tuning-Treffen verabredet hatten“. Denn bei den abgestellten Pkw habe es sich fast ausnahmslos um so genannte „stark individualisierte Fahrzeuge“, die im Anschluss allesamt überprüft wurden. 

Bei der Kontrolle der Fahrzeuge seien insgesamt sechs Tuning-Verstöße festgestellt worden, die laut Ruch zu einem Erlöschen der Betriebserlaubnis führten. Drei der beanstandeten Fahrzeuge wurden aufgrund der Schwere der festgestellten Verstöße vorläufig sichergestellt. Es handelte sich um einen VW Golf, einen 5er BMW und einen Dodge RAM, bei denen alle drei die Abgasanlagen deutlich zu laut waren. 

Anzeigen wegen Verstoß gegen Corona-Vorgaben

Gegen alle auf dem Parkplatz festgestellten Personen, von denen niemand aus Gilching kam, werden zudem Verfahren wegen Verstoßes nach dem Infektionsschutzgesetz eingeleitet, da es sich bei dem Treffen um eine derzeit verbotene verabredete Menschenansammlung gehandelt hat. Die Personen habe das Thema Mindestabstand in Zeiten von Corona „nicht im Entferntesten interessiert“. Die ausschließlich jungen Erwachsenen stammen überwiegend aus dem Landkreis Starnberg, aber auch aus Geretsried, Dietramszell, Weilheim, Germering, Gröbenzell, Freising und auch aus Kempten waren Personen extra zu dem Treffen angereist.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa / Boris Roessler

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