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Zur Ballettmusik von Mozart haben Hannelore Husemann-Sieber und ihre Assistentinnen einen Ballett-Wettbewerb mit tanzender Jury hervorgezaubert. Foto: 

Lange Nacht der Kunst und Kultur

Castingshow nach Mozart-Art

Die erste Gilchinger Lange Nacht der Kunst und Kultur feiert Erfolg und soll als Biennale fortgesetzt werden. 

Gilching – „Unsere Bemühungen über all die Jahre haben Früchte getragen“, sagte Hannelore Husemann-Sieber vor Beginn der „1. Gilchinger Langen Nacht der Kunst und Kultur“ im Christoph-Probst-Gymnasium, einer Veranstaltung, die künftig alle zwei Jahre stattfinden soll. Als Vorstandsmitglied des 1987 gegründeten Kunstforums vergaß sie auch nicht, die anderen Gilchinger Vereine zu erwähnen, die „alles in allem ein großes Kulturangebot“ auf die Beine gestellt hatten und haben. Deklariert war die erste „Lange Nacht“ als Benefizabend zu Gunsten des Kinderhilfswerks „Plan“, das in über 70 Ländern arbeitet und auch Patenschaften vermittelt.

Den etwa 250 Besuchern war es anheim gestellt, etwas Bares in die Spendenboxen zu werfen – auch als Anerkennung und Dank für ein mehrstündiges, hochkarätiges Programm, das in den Pausen auch noch um Speis und Trank ergänzt wurde. Los ging der fünfstündige Marathon mit einer Reihe von „Tanz-Episoden“: Wolfgang Amadeus Mozart hatte 1778 während eines Paris-Aufenthalts zur Pantomime „Les petits riens“ von Jean Georges Noverre Ballettmusik geschrieben. Eigentlich eine Auftragsarbeit, doch das kompositorische Resultat ist vor allem in Frankreich bis heute sehr beliebt. Hannelore Husemann-Sieber hatte mit ihren Assistentinnen Ursula Vogler und Julia Smolinski aus dieser Vorlage nun das geniale Konzept eines über einstündigen „Ballett-Wettbewerbs“ gezaubert – mit einer selbst „tanzenden“ Jury, mit kleinen Eleven, angehenden Ballerinen und am Ende der Vortanz-Szenen die „Belohnungen“ im Form von Urkunden, Medaillen und Applaus – ganz wunderbar.

Die weiteren großartigen Akteure des Abends kamen nach dem fulminanten Aufgalopp natürlich in zeitlichen Verzug: Tina Reuther rezitierte in ihrer Lyrik-Performance „Erzähl von Liebe“ auf unnachahmlich Art Texte von Mascha Kaleko und Erich Kästner, begleitet von Markus Schwaigers Klavier-Arrangements und Improvisationen. Unter der Überschrift „Saitentanz und Weltenklang“ folgte die tänzerisch interpretierte Prokofjew-Sonate für zwei Violinen (op.56), gespielt vom Duo ASAP, Almuth Siegel und Agnes Pusker. Die Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde wurden getanzt von Denise Jaeger, Eva Michl, Johanna Geißler und Jeannette Jaeger (Choreo: Husemann-Sieber). Es folgten Julia Fedulajewa mit vier Klavierstücken von Johannes Brahms und das Ensemble „Backlap“ der Musikschule Gilching mit seiner Percussion-Show. Das atmosphärisch-dunkle Finale kurz vor 23 Uhr bildete dann passender Weise die szenisch-erzählerisch begleitete Klavier-Suite „Die Geisterbraut“ von Jan Novák (am Piano: Dora Novak-Wilmington, Erzählerin: Ursula Vogler).  Thomas Lochte

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