Unwetter über dem Landkreis Starnberg

Riesige Regenmengen halten Feuerwehren in Atem

Über dem nördlichen Landkreis Starnberg hat sich in der Nacht ein Unwetter entladen, es regnete wie aus Eimern. Feuerwehren waren bis zum Morgen im Dauereinsatz.

Gilching/Krailling – „Wasser, Keller, Schlamm, Dreck“ – so fasst Starnbergs Kreisbrandrat Peter Bauch die zweite Nachthälfte zusammen, in der sich über Gilching, Unterbrunn und Krailling ein Gewitter entladen hat und für massive Überschwemmungen sorgte. Am Morgen standen rund 30 Feuerwehreinsätze auf der Liste, und die Pumpen liefen immer noch. 

Nach Mitternacht waren von Südwesten mehrere Gewitterzellen über den Ammersee in den Bereich Gilching und Gauting gezogen. Gegen 0.35 Uhr setzte extremer Starkregen über dem Gebiet Unterbrunn, Gilching und dem westlichen Krailling ein, wie Aufnahmen des Regenradars zeigen – der dauerte weniger als 30 Minuten. An einer privaten Wetterstation in Krailling seien rund 100 Liter Niederschlag je Quadratmeter in knapp einer halben Stunde gemessen worden, sagte Bauch am Morgen. Das hatte Folgen: Keller liefen voll, Straßen waren überflutet.

Im Bereich Gilching mussten Feuerwehren 17-mal ausrücken: Keller mussten ausgepumpt werden, auch Tiefgaragen waren betroffen. Dazwischen mussten die Helfer einen Kellerbrand löschen, der eventuell infolge eines Kurzschlusses durch eindringendes Wasser verursacht worden war. Auch der Bereich Unterbrunn war stark betroffen, dort waren die Wehren aus Unter- und Oberbrunn sowie aus Gauting im Einsatz. „Eine heftige Geschichte“, urteilt der Kreisbrandrat. In Starnberg hingegen gab es nur einen Einsatz – so der Stand am Morgen. 

„Hannibal“ pumpt Wassermassen weg

Bauch selbst war in Pentenried, dort waren die Wehren Krailling, Stockdorf und Planegg im Einsatz. „Es hat gegossen wie aus Eimern. Beim Fahren dachte man, man fährt durch die Würm“ – so hoch stand das Wasser. Im Kraillinger Ortsteil gab es zwar nur zwei Einsätze, die hatten es aber in sich. Einmal war ein gerade bezogener Neubau betroffen, beim zweiten Einsatz ging es um einen Reiterhof nahe Frohnloh. Über Felder und Äcker lief das Wasser direkt in das Anwesen, das Bauch zufolge bis zu 1,5 Meter unter Wasser stand. „Unsere Pumpen haben gar nicht gewirkt“, sagt er. Deswegen wurde das THW angefordert, unter anderem aus Dachau. Die Helfer dort haben eine Spezialpumpe namens „Hannibal“, die 15 000 Liter pro Minute wegpumpen kann. „Die lief eineinhalb Stunden“, berichtet der Kreisbrandrat. In einem Wohnhaus stand das Wasser bis zum Erdgeschoss, der Keller war komplett voll. Kurz nach 7 Uhr waren die meisten Einsätze erledigt. 

Derzeit ist es ruhig über dem Fünfseenland, es bestehen keine Warnungen. Der Wetterdienst Meteomedia rechnet ab 12 Uhr wieder mit Gewittergefahr, die bis Donnerstag 6 Uhr anhalten soll.

Rubriklistenbild: © ike

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