Brandschutzmaßnahmen im Gilchinger Pfarrheim: Kirchenpfleger Christoph Rauwolf zeigt den Keller, wo unter anderem Rauchmelder angebracht wurden.
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Brandschutzmaßnahmen im Gilchinger Pfarrheim: Kirchenpfleger Christoph Rauwolf zeigt den Keller, wo unter anderem Rauchmelder angebracht wurden.

Sanierung des Pfarrheims geglückt

  • Hanna von Prittwitz
    vonHanna von Prittwitz
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Die katholische Pfarrgemeinde St. Sebastian in Gilching hat die vergangenen Monate genutzt, um den Brandschutz für das Pfarrheim auf Vordermann zu bringen. Für den neuen Kirchenpfleger Christoph Rauwolf begann die neue Aufgabe also gleich auch mit einer Baustelle.

Gilching - Eine Begehung brachte es ans Licht: In Sachen Brandschutz war das 1974 gebaute und 1975 eingeweihte katholische Pfarrheim St. Sebastian in Gilching überfällig, es brauchte eine Modernisierung. Vor allem dem Pfarrsaal im ersten Stock mangelte es an Fluchtwegen, die Treppe war zu schmal für den Fall, dass sich mehr als 200 Menschen auf einmal in Sicherheit bringen müssen. „Also mussten wir umbauen“, erklärt Christoph Rauwolf (50), der erst seit Januar Kirchenpfleger der Gemeinde ist.

Brandschutzmaßnahmen sind teuer und aufwendig. Das stand der Pfarrgemeinde St. Sebastian auch bevor. Die Architekten jedoch hatten die rettende Idee. „Wir haben die Personenzahl des großen Saals im Bauantrag von mehr als 200 auf höchstens 199 festgesetzt“, erklärt Rauwolf im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Er glaubt nicht daran, dass sich die Zeiten wiederholen, in denen bis zu 250 Menschen im Pfarrsaal ausgelassen Feste feierten. „Die Raumgröße reicht so für uns“, sagt Rauwolf. Andernfalls nämlich hätte das Treppenhaus komplett neu gebaut werden müssen, ein Riesenaufwand.

Zu tun hatten die Handwerker dennoch genug. Sie zogen im Erdgeschoss und im ersten Stock Brandschutztüren ein, installierten Rauchmelder, bauten ein Außenpodest an den kleinen Saal an und verkleideten die Decken im Keller. Teuer ist das ganze Prozedere auch geworden. „Wir haben mit 40 000 Euro gerechnet. Aber es wird wohl fast sechsstellig“, sagt Rauwolf. Die Kirche muss dies aus eigener Tasche zahlen.

Zu dem Amt des Kirchenpflegers der Pfarrgemeinde ist Christoph Rauwolf übrigens ganz unverhofft gekommen. „Das Amt wurde an mich herangetragen“, sagt er. Denn im November war sehr plötzlich Michael Schreindorfer im Alter von 70 Jahren verstorben. Er hatte das Amt seit 2012 inne. „Pfarrer Franz von Lüninck hat mich dann gefragt, ob ich es übernehme“, erzählt Rauwolf. „Ich habe es ursprünglich nicht angestrebt, aber es ist mir eine Ehre, dieses Amt bekleiden zu dürfen.“

Der 50-Jährige lebt mit seiner Frau und zwei Kindern seit 2009 in Gilching, seit 2017 engagiert sich der IT-Berater einer Bank in München in der Kirchenverwaltung. Er sei überrascht von der Fülle an Themen, die das neue Amt mit sich bringe, sagt er. „Man hängt etwas in der Luft. Es wäre natürlich schön gewesen, wenn ich meinen Vorgänger zu den Themen hätte fragen können“, sagt Rauwolf. „Aber wir sind im Vorstand ein gutes Team, die Aufgaben sind verteilt.“

Thomas Will kümmert sich um die Kirche St. Vitus, Leonhard Schlögl um St. Nikolaus. Kitabeauftragte ist Elisabeth Hämmerl, Johann Stocker begleitete als Sicherheitsbeauftragter auch den Umbau des Pfarrheims. Bernhard Pischl regelt den Schriftverkehr, Sonja Pflug kontrolliert die Finanzen, weiteres Mitglied der Verwaltung ist Lidia Karpinska.

Im Pfarrheim sind nun nur noch ein paar Kleinigkeiten zu tun, letzte Rauchmelder zu befestigen, Möbel aufzuräumen. Gedanken über die Zukunft macht sich Christoph Rauwolf auch schon. „Wir hoffen als Pfarrgemeinde sehr, dass die Menschen zurückfinden“, sagt er. Aber er beobachte auch, „dass sich die Menschen entwöhnen und sich an online gewöhnen“. Die Pfarrgemeinde sitze im gleichen Boot wie die Vereine. „Aber wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken“, so Rauwolf. St. Sebastian Gilching zählte zu Beginn des Jahres 7093 Katholiken.

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