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Der Fahrradschutzstreifen im Starnberger Weg ist erst ein paar Wochen alt. Mit ihm gibt es jetzt eine durchgehende Radl-Verbindung von der Landsberger bis zur Weßlinger Straße. Auf Schutzstreifen ist das Parken verboten.

Verkehrspolitik

Wie sicher ist Radlfahren in Gilching?

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Die Gemeinde Gilching hat im Starnberger Weg einen Schutzstreifen angelegt. Der ADFC hätte diesen aber vor allem gerne an der Römerstraße. 

Gilching – „Ziemlich sauer.“ So reagierte Gilchings Bürgermeister Manfred Walter, als er am Sonntag die E-Mail des ADFC-Kreisvorsitzenden Anton Maier in seinem Postfach fand. Maier nahm nämlich einen Unfall mit einem verletzte¼n Radfahrer zum Anlass, um mehr Sicherheit für Radler im südlichen Bereich der Römerstraße anzumahnen. „Die Kosten einer einfachen Markierungslösung werden grob überschlägig mit 61 000 Euro angegeben“, schreibt Maier. „Verdienstausfall, Schmerzensgeld, Behandlung, ggf. Reha eines einzigen verletzten Gilchingers übersteigen möglicherweise diesen Betrag.“

Maier nahm Bezug auf einen Unfall vom Vormittag des 23. September. Da habe ein Autofahrer beim Überholen auf der Römerstraße Richtung Süden die Pedale eines Radlers aus Germering gestreift. Dieser sei daraufhin gestürzt und habe sich drei Knochen gebrochen. Der Unfall habe sich auf Höhe der Kreissparkasse ereignet – eine Stelle, an der auf beiden Seiten auch geparkt werden darf.

Die Ortsdurchgangsstraße sei aber nicht nur für Autos, sondern auch für Radfahrer eine wichtige Verbindung, schreibt Maier. Im Alltagsradroutennetz des Landkreises würde für die Römerstraße deswegen auch ein beidseitiger Schutzstreifen vorgeschlagen. Die Fahrbahnbreite sei mit 8,40 Meter an der schmalsten Stelle dafür ausreichend. Maier: „Der ADFC-Kreisvorstand Starnberg fordert die Gemeinde Gilching auf, zeitnah Maßnahmen einzuleiten, um die Sicherheit der Radfahrer in diesem Bereich zu erhöhen.“

Eine Forderung, die Walter im Gespräch mit dem Starnberger Merkur zum jetzigen Zeitpunkt rundweg ablehnt. „Die Römerstraße ist für Radfahrer eine extrem gefährliche Straße“, sagt der Bürgermeister. Zählungen haben auf der Staatsstraße bis zu 15 700 Fahrzeuge pro Tag ergeben – eine Zahl, die sich mit Fertigstellung der Westumfahrung merklich verringern soll. Erst dann, so Walter, sei auch der richtige Zeitpunkt für einen Schutzstreifen, der ansonsten eine Sicherheit suggeriere, die es dort nicht gebe. Und bis dahin? „Wir empfehlen unseren Bürgern, dort nicht zu radeln“, stellt er klar. Der Starnberger Weg (Tempo 40) und die Pollinger Straße (Tempo 30) oder der Steinberg seien die besseren, weil sichereren Nord-Süd-Verbindungen. Für den ADFC – diese Spitze konnte sich Walter nicht verkneifen – seien diese Routen aber offenbar nichts. „Das sind ja Schnellfahrer, die nicht ein paar Sekunden verlieren wollen.“

Am Starnberger Weg, von der Feuerwehr bis zur Weßlinger Straße, hat die Gemeinde übrigens vor einigen Wochen einen Fahrradschutzstreifen angelegt. Er ist mit einer gestrichelten Linie, Fahrradpiktogrammen und an Einmündungen zusätzlich mit roter Farbe gekennzeichnet. Autos dürfen auf Schutzstreifen nicht parken, ihn an engen Stellen jedoch ausnahmsweise befahren.

Die Erfahrungen bis jetzt seien positiv, sagt Walter. Auch die Parksituation, vornehmlich durch Anlieger, habe sich bereits gebessert. Für die Zukunft kündigt er jedoch auch Kontrollen der Parkraumüberwachung an – dann drohen Knöllchen, wer erwischt wird, wenn er mit seinem Auto auf dem Streifen steht.

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