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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Schwarzfahrer schrammt an Haftstrafe vorbei

Auf dem Richtertisch stapelten sich die Akten mit ähnlichen Anklagepunkten - immer wieder ist ein Gilchinger ohne Fahrkarte mit dem ÖPNV unterwegs. Der jüngste Fall brachte ihn fast ins Gefängnis.

Gilching – Nur um Haaresbreite entging dieser Tage ein Gilchinger Schwarzfahrer einer Haftstrafe. Auf Wunsch der Staatsanwaltschaft wäre der zwölffach vorbestrafte Bewährungsversager für neun Monate ins Gefängnis gegangen. Nach dem staatsanwaltlichen Plädoyer blieb dem Wiederholungstäter nur sein eindringliches Flehen übrig: „Freundin und Job – alles wäre weg. Ich glaube nicht, das ich nach neunmonatiger Haftstrafe wieder auf die Füße kommen würde.“

Richterin Christine Conrad drückte ein Auge zu und gewährte dem 33-Jährigen eine allerletzte Chance. Die spürbare Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 35 Euro soll dem Heizungssanitärhelfer als Warnschuss gelten. Denn Schwarzfahrten nimmt die Starnberger Justiz nicht auf die leichte Schulter: „Wenn jemand dreimal erwischt wurde, ist er mindestens 100-mal schwarzgefahren“, so das Gericht. Im September 2016 und im Februar 2017 wurde der Gilchinger ohne MVV-Fahrkarte erwischt. Es entstand ein Gesamtschaden von gut acht Euro.

Vor dem Amtsgericht Starnberg hatte sich der 33-Jährige Argumente zurechtgelegt. Im September sei er nur aus Versehen aus der Zone herausgekommen, für die er das Ticket gelöst hatte. Er wurde prompt erwischt, als er nur eine Haltestelle über die laut Fahrkarte erlaubte Strecke hinausgefahren war. „Und im Februar hatte ich meine Monatskarte in meiner Arbeitshose vergessen“, erklärte der Mann vor Gericht.

Zwar stellte das Gericht den Leistungserschleichungsvorwurf von September 2016 ein, der zweite Anklagepunkt blieb jedoch bestehen. „Irgendwann wird es mal unglaubwürdig“, fand Richterin Christine Conrad, als sie der Geschichte mit der Arbeitshose zuhörte. Die Staatsanwaltschaft hielt dem Bewährungsversager vor allem seine hohe Rückfallgeschwindigkeit vor. Erst im Mai 2016 war der Angeklagte zuletzt wegen Leistungserschleichung verurteilt worden. Anfang Februar 2017 wurde er dann schon wieder von den Kontrolleuren erwischt. Für Richterin Conrad heißt das im Klartext: „Was Sie da gebracht haben, ist frech.“

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