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Unterricht in Demokratie: Antonia Vilsmayer und Hannes Wagner unterstützten die beiden neunten Klassen der Mittelschule Gilching am Freitag bei der U18-Wahl.

U18-Wahl

So würden Kinder und Jugendliche wählen

Wählen wie die Großen: Neun Tage vor der Bundestagswahl konnten am Freitag Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren symbolisch ihre Stimme abgeben. Die Ergebnisse sind interessant.

Gilching/Kempfenhausen – Das Landschulheim Kempfenhausen sowie das Christoph-Probst-Gymnasium (CPG) und die Mittelschule Gilching nahmen an dem deutschlandweiten Projekt U18-Wahl teil. „Kinder fühlen sich dadurch ernst genommen“, sagte Ruth von Grolman, Konrektorin an der Mittelschule Gilching.

Die Mensa der Mittelschule wurde kurzerhand zum Wahllokal umfunktioniert – mit Wahlkabine, Wahlurne und Wahlhelfern. Die 15-jährige Antonia Vilsmayer und der 21-jährige Hannes Wagner, beide im Jugendbeirat Gilching aktiv, begleiteten das Ereignis, standen für Fragen bereit und gaben jeder Klasse eine fünfminütige Einführung.

„Das Interesse für Politik war nicht vom Alter abhängig“, berichtete Antonia Vilsmayer, die selbst das CPG besucht. So kam beispielsweise ein Sechstklässler vorbei, der sie mit Fragen förmlich löcherte und mit ihr diskutierte. Auch Antonia gab bei der U18-Wahl natürlich ihre Stimme ab. „Umweltpolitik und Bildungspolitik sprechen mich am meisten an“, sagte sie. Wahlhelfer Hannes Wagner, der Politikwissenschaft und Jura studiert, beobachtete bei den Jugendlichen, dass vor allem Migrations- und Integrationspolitik ein großes Thema seien. „Viele haben hierzu eine starke Meinung.“

Auch im CPG begeisterten sich einige Schüler für die Wahl. „Wir waren überrascht, dass so viele Schüler motiviert waren“, sagte die 15-jährige Selina Rieger, die sich dort als Wahl-Helferin engagierte. 245 Mädchen und Buben unter 18 Jahren gaben dort ihre Stimme ab. Ausgewertet wurden sie gemeinsam mit den 82 Stimmen aus der Mittelschule. Die zehn Parteien mit den meisten Zweitstimmen an den Gilchinger Schulen: 34,5 % für die CSU, 22,7 % für die Grünen, 14,0 % für die SPD, 5,9 % für die Linken, 4,4 % für die Tierschutzpartei, 4,0 % für die Piraten, 3,7 % für die FDP, 3,4 % für die Bayernpartei, 3,4 % für die Satirepartei „Die Partei“ und 2,5 % für die AfD.

In Kempfenhausen gab es auch viele Politikinteressierte. So wie Quirin Viereck aus der elften Klasse. „Ich habe gestern extra noch den Wahl-O-Mat gemacht“, erzählte er. Überhaupt schaut er gerne Nachrichten und liest Zeitung. „Für mich ist das Thema Digitalisierung wichtig, weil man darin immer mehr Kompetenzen braucht“, sagte der 16-Jährige. Als Volleyball-Leistungssportler liegt ihm zudem die Förderung des Sportes sehr am Herzen.

„Mir ist die Zukunft auf dem Arbeitsmarkt sehr wichtig“, sagte dagegen Georg Mühlberger aus der zehnten Klasse. Trotz seines Interesses gestaltete sich die Wahl nicht einfach: „Es war schon schwierig, weil viele Parteien ähnliche Ziele haben.“

Organisiert wurde das Projekt am Landschulheim Kempfenhausen von fünf Lehrern der Fachschaft Sozialkunde. „Ich finde es wichtig, dass Kinder sehen wie eine Wahl abläuft“, erklärte Julia Biller, Sozialkunde- und Deutschlehrerin. Es beteiligten sich 483 junge Leute.

Die Ergebnisse aus Kempfenhausen: CSU 37,1 %; Grüne 17,3 %; SPD 12,7 %; FDP 11,5 %; Linke 4,2 %; AfD, Piraten und Tierschutzpartei jeweils 3,5 %; Die Partei 2,9 %; ÖDP und Freie Wähler jeweils 0,8 %.       Von Lilien Fährmann

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