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Eltern und Kinder verfolgten am Freitag beim Neubau der Montessori-Schule in Gilching den Richtspruch des Zimmermanns Franz Eder.

Montessori-Schule Gilching

Sprung ins kalte Wasser wird belohnt

Bis zum Herbst soll die Schule fertig sein: Die Montessori-Schule Gilching feierte schon mal Richtfest für ihren Neubau.

Gilching – Ein eisiger Wind begleitete am Freitag das Richtfest für die Montessori-Schule in Gilching. Dennoch waren nicht nur Ehrengäste, sondern auch viele Eltern und Schüler gekommen. Die Finanzierung des Vier-Millionen-Projekts hat der Förderverein übernommen.

Um einen Wunsch zu verwirklichen, müssen oft Berge versetzt werden, sagte Gilchings Bürgermeister Manfred Walter. „Wir mussten nur einen Berg um wenige Meter versetzen und zwar den Hügel des Abenteuerspielplatzes, an dessen Stelle jetzt die Schule gebaut wird. Einen politischen Berg jedoch mussten wir nie überwinden. Alle Beschlüsse zum Bau der neuen Schule waren im Gemeinderat einstimmig.“ Der Rathauschef lobte zudem den Mut der Eltern, das finanzielle Risiko zu übernehmen. „Die künftige Schule ist in jedem Fall eine Bereicherung unserer Schullandschaft.“

Als die Montessori-Schule 2004 in den ehemaligen Räumen der Kreissparkasse an der Landsberger Straße gegründet wurde, glaubte niemand so recht daran, dass die Einrichtung Erfolg haben werde. Das Gegenteil war der Fall. Schon bald zog die Einrichtung in die alte Volksschule in Argelsried zu eng. Nun war guter Rat teuer. In Kooperation mit dem Gemeinderat wurden diverse Um- und Anbaubaupläne geschmiedet und letztendlich wieder verworfen. Zumal auch die Regierung von Oberbayern eine finanzielle Förderung nur bei einem Neubau gewährt.

Die Eltern wagten den Sprung ins kalte Wasser und beschlossen, in Eigenregie eine neue Schule zu bauen. Das Grundstück zwischen James-Krüss-Grundschule und Kletterhalle bekamen sie von der Gemeinde in Erbpacht zur Verfügung gestellt. „Wir waren ganz schön nervös, dass wir uns das getraut haben“, sagte Svenia Rosette vom Elternbeirat. Doch sowohl Kommune wie auch die Eltern zogen an einem Strang und halfen, wo Hilfe nötig war. „Wir haben bei allem auch sehr viel Glück gehabt. Die Baustelle steht unter einem guten Stern“, betonte Schulleiter Johannes Bauer.

Für den Richtspruch stieg Zimmermann Franz Eder von der gleichnamigen Holzbaufirma aufs Dach. Er wies darauf hin, dass sich die Verantwortlichen für einen Holzbau entschieden hatten und so „Kunststoff und dergleichen vermieden“. Gestartet wird zum Schuljahr 2017/2018 mit vier Klassen und voraussichtlich 80 Kindern. Ein Jahr später soll auf 100 Kinder aufgestockt werden. Aktuell zählt die Schule 54 Buben und Mädchen, die von zehn Pädagogen betreut werden. (ph)

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