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Ein Weltstar in Gilching: Die fünffache WM-Goldgewinnerin und Gesamtweltcupsiegerin im Biathlon, Laura Dahlmeier, startete bei „Gilching läuft“.

Leichtathletik

Superstar Laura läuft Streckenrekord

Einen so prominenten Gast hatte die Sportveranstaltung „Gilching läuft“ noch nie in ihrer 18-jährigen Geschichte: Am Montag tauchte plötzlich Laura Dahlmeier auf – und der Biathlon-Superstar gewann sogleich den Martin-Kropf-Gedächtnislauf - mit neuem Streckenrekord.

Bei „Gilching läuft“ am Tag der Deutschen Einheit erlebten die größte Überraschung die Organisatoren selbst. Als das EDV-Team um Claudia Segerer, Kai-Uwe Kölln und Michael Haarländer die Nachmeldungen erfasste, tauchte plötzlich der Name Laura Dahlmeier auf. Ein Blick aus dem Wettkampfbüro bestätigte die Vermutung. Es hatte sich tatsächlich die Biathlon-Gesamtweltcupsiegerin 2016/17 und fünffache WM-Goldgewinnerin von Hochfilzen nachgemeldet.

Bei den Deutschen Biathlonmeisterschaften Mitte September in Ruhpolding war Dahlmeier laut eigener Aussage erkrankt. Nun brauchte sie einen anderen Wettkampf. Da „ich am Wochenende kaum Zeit habe und das hier unter der Woche ist, bin ich hergekommen“, sagte die 24-Jährige. Fast logisch, dass die Damenwertung im Martin-Kropf-Gedächtnislauf über zehn Kilometer dann an die Weltklasseathletin vom SC Partenkirchen ging. Mit 39:52 Minuten verbesserte sie den Streckenrekord von 2016 um fast eine Minute. Ganz bescheiden meinte sie im Ziel: „Der Streckenrekord wird sicher nicht lange halten.“ Eine Einschätzung, die viele Beobachter nicht teilten.

Voll des Lobes war Dahlmeier für die Organisation. „Das habt ihr echt gut gemacht. Und es hat auch ohne Skier Spaß gemacht.“ Den zahlreichen Wünschen nach Selfies und Autogrammen kam der Superstar des Wintersports bereitwillig nach, wobei Dahlmeier extra darum gebeten hatte, dass um ihre Person kein großes Aufsehen veranstaltet wird. In ihrer Spezialdisziplin geht es für Dahlmeier am 27. November im schwedischen Östersund wieder los.

Auch die auf Platz zwei mit 43:33 Minuten platzierte Anja Kobs hat sportlich einiges zu bieten. Schließlich wurde die 40-Jährige 2015 Dritte bei der Triathlon-EM auf der Mitteldistanz. Mit 44:26 min. folgte Sonja Huber (TG Victoria Augsburg) auf Platz drei.

Auch bei den Männern sorgte der selektive Rundkurs zu teilweise enormen Abständen. Vorjahressieger Florian Wenzler (LG Würm Athletik) ließ sich auch dieses Jahr den Sieg nicht nehmen. Mit 33:42 Minuten blieb der 30-Jährige nur knapp über seinem Streckenrekord von 2016. Max Olex vom SC Partenkirchen mit 35:50 Minuten und Dr. Alexander Hirschberg (TV Kempten Skinfit) mit 36:43 Minuten folgten auf den Plätzen. Olex kam mit Dahlmeier zusammen angereist und konnte in diesem Jahr den Oberammergauer König-Ludwig-Lauf im Skilanglauf als erster Deutscher seit 44 Jahren gewinnen.

Auch die fünf Kilometer um den Steinberg boten wenig Spannendes. Bei den Männern gewann Simon Ginder vom LC Buchendorf mit 16:43 Minuten. Im Ziel ärgerte sich der 23-Jährige über den knapp verpassten Streckenrekord. Mit 18:13 Minuten kam Wolfgang Bunz von der LG Würm Athletik auf Rang zwei vor Christian Schneiker mit 19:29 Minuten.

Die Damenwertung ging mit starken 18:59 min. an LG Würm Athletik-Rückkehrerin Katka vom Dorp. Zweitschnellste wurde, noch der Jugendklasse angehörend, Hanna Frühauf mit 22:12 min. vor Margit Kölln vom TSV Gilching-Argelsried mit 25:01 min. Vom Dorp startete früher schon für die LG und trug in den vergangenen Jahren das Trikot des PTSV Rosenheim. Im Jahr 2016 wurde die 27–Jährige Bayerische Meisterin im Halbmarathon.

Den kleinen Steinberglauf über 3,2 Kilometer gewann Florian Popella von der LG Würm Athletik trotz Trainingsrückstands mit 20 Sekunden Vorsprung souverän vor dem Buchendorfer Langsprinter Jakob Rüchardt. Dritter wurde Myron Bailey von der LG Würm Athletik. Bei den Damen gingen die ersten beiden Plätze an die LG. Lara Bedard setzte sich mit fünf Sekunden vor Elisa Dangl durch. Auf Platz drei kam Jana Frühauf.

Ein kleiner Wermutstropfen waren für die Organisatoren um Mathias Koch die rückläufigen Teilnehmerzahlen. Sie sanken gegenüber dem Vorjahr um 67 auf 171. Der Grund lag in den miserablen Witterungsbedingungen. Viele der Voranmeldungen sind gar nicht erst erschienen. Vor allem bei den Schüler- und Zwergerlläufen war das Feld überschaubar. Trotz des Wetters war die Veranstaltung wieder bestens organisiert. Die letzte Siegerehrung konnte dann sogar wieder im Freien stattfinden. Alle Ergebnisse finden sich im Internet unter www.gilching-laeuft.de.

Matthias Frühauf

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