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Eins der 177 Arbeitsboote, die von Torqeedo in Gilching mit Elektromotoren ausgerüstet wurden. Der stark ver schmutzte Fluss Suzhou soll gereinigt werden.

Wirtschaft

Torqeedo und der Fluss Suzhou

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Die Vorstellung hat was: Technik aus dem Fünfseenland, genauer aus Gilching, hilft im fernen China beim Umweltschutz. Die Firma Torqeedo, Hersteller von Elektrobootmotoren, hat dort 177 Arbeitsboote ausgerüstet, die den Fluss Suzhou säubern sollen.

Gilching/Suzhou – Die mehr als 2500 Jahre alte Stadt Suzhou ist eine der ältesten Städte im Jangtsekiang-Becken und liegt gut 100 Kilometer entfernt westlich von Shanghai. Alte Kanäle durchziehen die Zehn-Millionen-Einwohner-Metropole, die wegen ihrer guten Transportverbindungen zu den boomenden Städten Chinas zählt. Der gleichnamige Fluss allerdings ist seit den 1920er Jahren als der schmutzigste Fluss Chinas bekannt. Verunreinigungen und Unrat sorgen dafür, dass er wie eine braune Brühe durch die Stadt zieht, die ansonsten mit ihren Gärten, Pagoden, Brücken und Teichen noch den Charme des alten chinesischen Kaiserreichs versprüht.

Seit zehn Jahren etwa versucht die Stadtverwaltung, die Situation zu verbessern. Unter anderem gab das Suzhou-Fluss-Management den Bau von 177 Arbeitsbooten in Auftrag, die das Wasser vom schwimmenden Müll reinigen sollen. Um das Wasser nicht noch mit Kraftstoff zu belasten, entschieden sich die Chinesen für Elektromotoren – von Torqeedo.

Flotte besteht unter anderem aus 18 Neun-Meter-Katamaranen

Entworfen und gebaut wurden die Boote vom „China Ship Scientific Research Center“, betrieben werden sie von privaten Unternehmen. Die Flotte besteht aus 18 Neun-Meter-Katamaranen, 22 Sieben-Meter-Stahl-Katamaranen sowie 137 Fünf- bzw. Sechs-Meter-Holzbooten. Alle Fahrzeuge verfügen über Torqeedo-Außenbordmotoren und speziell entwickelte Vorrichtungen, um Schmutz und Unrat aus dem Wasser zu fischen. Insgesamt ist der Fluss 125 Kilometer lang, 24 Kilometer führen durch das Stadtgebiet Shanghais.

Als internationalen Erfolg bezeichnet die Unternehmensspitze in Gilching das Geschäft mit den Chinesen. Christoph Ballin, Gründer und Geschäftsführer, erklärt: „Dieser ebenso erfreuliche wie erfolgreiche Einsatz unserer elektrischen Außenbordmotoren ... bedeutet eine wichtige Bestätigung für unsere nachhaltige und saubere Antriebstechnologie.“ China nehme Umweltschutz mittlerweile sehr ernst, und die Stadt Suzhou sei Vorreiter, um mithilfe von Elektroantrieben die Wasser-und Umweltverschmutzung zu reduzieren.

Torqeedo wurde 2005 in Starnberg gegründet und ist nach eigenen Angaben Marktführer für Elektromobilität auf dem Wasser. Das Unternehmen entwickelt und produziert Elektro-und Hybridmotoren. Seit 2017 gehört Torqeedo zur DEUTZ-Gruppe, einer der führenden Hersteller von Diesel- und Erdgasmotoren.

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