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Vor dem Spielabbruch hatte Schiedsrichter Yücel Balci dem Gilchinger Kaan Diker (l.) die Rote Karte gezeigt, ebenso dem Brucker Ferhad Balatli. Doch für den Abbruch soll allein Diker verantwortlich sein.

Fußball: Kreisklasse 1

Sportgericht wertet Spiel gegen Gilching

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Wieder sorgt ein Sportgerichtsurteil für Empörung in Gilching. Die TSV-Reserve verliert am grünen Tisch die Punkte aus dem Fußballspiel beim TSV Fürstenfeldbruck West, das beim Stande von 2:0 für die Gäste abgebrochen wurde.

Gilching„Wir behalten uns rechtliche Schritte vor.“ Gilchings Abteilungsleiter Stefan Schwartling reagierte entsetzt auf das Urteil des Kreissportgerichts. Das Gremium hatte am Mittwochabend entschieden, dass das beim Stande von 2:0 für die Gilchinger Reserve abgebrochene Kreisklassen-Spiel beim TSV Fürstenfeldbruck West mit 2:0 für die Platzherren und 0:2 für die Gäste gewertet wird. Die Mannschaft von Trainer Robert Brand verliert damit drei wichtige Punkte.

In seiner Begründung ging das Sportgericht auf die Vorfälle rund um die Partie am 8. Oktober ein. In der 66. Minute hatte Schiedsrichter Yücel Balci die Begegnung abgebrochen. Verantwortlich dafür machen die Richter Kaan Diker. Mit seinem „mehrfach provozierenden Verhalten sowie der Tätlichkeit gegen seinen Gegenspieler“ soll der Gilchinger der Auslöser für den Spielabbruch gewesen sein. Diker wurde mit einer Sperre von acht Verbandsspielen belegt. Außerdem muss er 100 Euro Strafe und die Verfahrenskosten tragen.

Sanktioniert wurde aber auch das Verhalten von Ferhad Balatli. Der Brucker hatte mit einer Tätlichkeit gegen Alper Diker erst die Tumulte ausgelöst. Der inzwischen aus dem TSV West ausgeschlossene Spieler bekam sechs Verbandsspiele Sperre. Eine Geldstrafe wurde nicht verhängt. Außerdem erhielten beide Vereine eine Strafe von je 50 Euro plus Verfahrenskosten, weil ihre Zuschauer und Spieler die Platzdisziplin verletzt hätten. „Warum sollen wir allein für den Spielabbruch verantwortlich sein, wenn von beiden Vereinen ein Spieler wegen des gleichen Vergehens vom Platz gestellt wurde?“, wundert sich Schwartling. Der Fußball-Chef des TSV kann ebenfalls nicht nachvollziehen, warum sein Verein für das Verhalten von Fans und Spielern zur Verantwortung gezogen wird. „Von uns sind nirgends Zuschauer zu erkennen“, stellt er fest, „da sind nur Brucker auf dem Platz“. Ferner weist er daraufhin, dass „keinerlei Ordnungsdienst“ des TSV West zu sehen war. „Müssen wir jetzt auch auswärts den Ordnungsdienst stellen?“, fragt er.

In der Tat waren die Gilchinger nur mit ihren Betreuern und Spielern nach Fürstenfeldbruck gefahren, weil zeitgleich die erste Mannschaft des TSV ihr Landesliga-Heimspiel gegen den SV Mering bestritt.

Wie das Sportgericht von Gilchinger Zuschauern sprechen kann, ist ebenso seltsam wie einige Passagen des Schiedsrichterberichts, der teilweise sich selbst und den Schilderungen von TSV-Trainer Brand massiv widerspricht.

Auf einem Video, das dem Starnberger Merkur vorliegt, ist außerdem zu erkennen, dass die Partie nach der Unterbrechung durch die Platzverweise noch nicht angepfiffen war. Balci, ein Gilchinger und mehrere Brucker Spieler sind noch in ein Gespräch verwickelt, während Kaan Diker ungefähr 30 Meter von der Gruppe entfernt nach seinem Feldverweis direkt an der Außenlinie an der Brucker Bank vorbeiläuft. Plötzlich bricht ein Tumult aus. Allerdings stürmt niemand das Spielfeld, denn alle befanden sich außerhalb des Gevierts. Diker wird dann von einem Mitspieler aus dem Brennpunkt befördert. Ein Ordnungsdienst, der Diker in Empfang genommen hätte, ist nicht auszumachen und wird auch vom Referee nicht erwähnt.

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