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Ukraine-Flüchtlinge: Turnhallen leer, aber weiter als Puffer gebraucht

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Von: Tobias Gmach

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Ehrenamtliche Helfer haben die Rathausturnhalle in Gilching für Flüchtlinge hergerichtet. In der vorderen Reihe Landrat Stefan Frey (2.v.r.) und Bürgermeister Manfred Walter (r.). F.: DR
Das war kurz nach der Einrichtung der Halle in Gilching. Ab Mitte Mai leben dort keine Flüchtlinge aus der Ukraine mehr. Vorerst. © Dagmar Rutt

In den Turnhallen in Gilching und Hechendorf wohnen so gut wie keine ukrainischen Geflüchteten mehr. Sie sind in Wohnungen untergekommen. Der Landkreis will aber flexibel bleiben und weiterhin Großunterkünfte vorhalten.

Landkreis – Die Turnhallen in Gilching und Hechendorf, die der Landkreis für ukrainische Geflüchtete angemietet hat, werden zum kommenden Montag, 16. Mai, komplett leer sein. Das sagte Landrat Stefan Frey in einem Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Aus der Hechendorfer Halle seien bereits alle Menschen ausgezogen, die Gilchinger sei noch „sporadisch mit 20 Leuten belegt“.

Letztere sollen von kommender Woche an im Beringerheim in Tutzing unterkommen, wo laut einer Pressemitteilung des Arbeiter-Samariter-Bundes Platz für insgesamt 55 Menschen ist. Ab Mitte des Monats steht dem Landkreis dann auch das ehemalige AOA-Gebäude in Gauting zur Verfügung. Kapazität: 120 Plätze. Die beiden Turnhallen will der Landkreis vorerst weiterhin für Flüchtlinge reservieren. „Ich habe die Bürgermeister in Gilching und Seefeld gebeten, die Hallen als Puffer zu gewähren, bis ich die Auswirkungen des politischen Systemwechsels absehen kann“, sagte Frey.

Jobcenter statt Sozialamt zuständig: Sorgen entkräftet

Was er mit Systemwechsel meint: Vom 1. Juni an ist nicht mehr das Sozialamt, sondern das Jobcenter für die Geflüchteten zuständig. Dahinter steckt ein Beschluss des Bundes. Frey und das Landratsamt befürchteten deshalb, dass viele Flüchtlinge in die Obdachlosigkeit rutschen – weil sie sich selbst von ihrem Hartz-IV-Geld um Wohnraum kümmern müssten, der bekanntlich rar ist (wir berichteten). Am Montag hatte Frey dann aber ein Gespräch mit Dr. Konrad Schober, Präsident der Regierung von Oberbayern, und war danach erleichtert. Der Freistaat habe zugesagt, dem Landkreis auch nach dem 1. Juni die Unterbringungskosten zu erstatten – falls der Bund diese den Kommunen nicht ersetzt. So könne die Kreisbehörde nach wie vor größere Einrichtungen anmieten. Frey: „Wir schaffen möglichst viele Unterkünfte, damit wir bei einer neuen Flüchtlingswelle bereit sind.“ Das weitere Kriegsgeschehen in der Ukraine und die Auswirkungen seien schwer abzuschätzen. Die jüngsten Angriffe auf die Hafenstadt Odessa im Süden sind nur ein Beispiel dafür.

Rund 1900 ukrainische Flüchtlinge sind im Landkreis registriert. Seit Ostern gilt ein Aufnahmestopp, weil die Region ihren Soll-Wert nach dem Verteilungsschlüssel mehr als erfüllt hat.  

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