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Die Lehrer der Musikschule Gilching auf einem Foto vom vergangenen Jahr.

Musikschule 

Umzugstermin im Sommer wackelt

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Damit hatten alle Beteiligten nicht gerechnet: Selbst zehn Monate nach Einreichen des Antrags liegt immer noch keine Genehmigung für den Umbau des ehemaligen BRK-Altenheims zur Musikschule vor.

Gilching – Das Konzept: fertig. Die Finanzierung: geregelt. Der Bauantrag: gestellt. Die Genehmigung: fehlt – und das seit nunmehr exakt zehn Monaten. Und deswegen steht mittlerweile in den Sternen, ob sich der Umzug der Musikschule Gilching in die Räume des ehemaligen BRK-Pflegeheims an der Rosenstraße wie geplant realisieren lässt. „Der Einzug zum Schuljahr 2018/19 wird mit jedem Tag unwahrscheinlicher“, sagt Bürgermeister Manfred Walter im Gespräch mit dem Starnberger Merkur. Und er lässt dabei kein gutes Haar am Bauamt im Landratsamt.

Am 12. Januar hatte die Gemeinde den Antrag auf Nutzungsänderung für das seit etwa zwei Jahren leerstehende Gebäude an der Rosenstraße gestellt (wir berichteten). „Erst haben wir lange gar nichts gehört“, sagt Walter. Dann folgten Gespräche, das Einfordern und Einreichen weiterer Unterlagen und vor zwei Wochen ein Zwischenbericht: Die Abstandsflächen zu den Nachbarn reichten nicht aus, gibt Walter das Ergebnis wieder. Dabei wolle die Gemeinde an den Außenmaßen des 1980er-Jahre-Baus überhaupt nichts ändern. Stellplätze, Lärmschutz, alles sei geregelt. „Auch die Unterschriften der Nachbarn liegen vor“, sagt der Bürgermeister. „Aber die Abstandsflächen, das ist ja fast ein Totschlagargument.“

Beim Landratsamt sieht man die Angelegenheit zweigeteilt. „Der Antrag ist bei uns in der Tat liegen geblieben“, sagt dessen Sprecher Stefan Diebl über die lange Bearbeitungszeit. „Das nehmen wir auf unsere Kappe und haben uns dafür auch schon beim Bürgermeister entschuldigt.“ Zum anderen hätte der von der Gemeinde Gilching beauftragte Planer es bislang aber nicht geschafft, einen genehmigungsfähigen Antrag einzureichen.

Nach dem Eishallenunglück von Bad Reichenhall habe der Gesetzgeber einen Gebäude-TÜV eingeführt, erklärt Diebl. Ändere und intensiviere sich die Nutzung eines Gebäudes, müssten Statik, Brandschutz und auch die Abstandsflächen neu bewertet werden. Was den letzten Punkt anbelangt, seien aber Befreiungen möglich – „das kann man von der Nutzung innen her steuern“, sagt Diebl. Laienhaft ausgedrückt: Ist an der Seite mit dem zu geringen Gebäudeabstand zu den Nachbarn eine Nutzung vorgesehen, die mehr Lärm verursacht als bislang, kann der Antragsteller diese vielleicht in einen anderen Raum verlegen. Für kommende Woche kündigt Diebl ein Abstimmungsgespräch zwischen Gemeinde, Planer und Landratsamt an. Unüberwindliche Hindernisse sieht das Landratsamt an der Rosenstraße nicht.

Bürgermeister Walter hofft auf eine einvernehmliche Lösung – zumal eine längere Bearbeitungszeit letzten Endes auch höhere Kosten nach sich zieht. Schließlich seien die Auftragsbücher der meisten Handwerksbetriebe gut gefüllt. „Und wir können erst ausschreiben, wenn uns die Genehmigung vorliegt.“

Auch Schulleiter Roland Siegel hofft im Namen seiner rund 1000 Schüler auf eine gütliche Einigung – und dass der Umzug doch noch im Sommer 2018 klappt. „Das ist viel einfacher als während des Schuljahres“, sagt er. „Stundenpläne lassen sich in anderen Räumen ja nicht 1:1 umsetzen.“

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