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Kontroverses Thema seit langem: Das Bild zeigt Demonstranten im Unterbrunner Holz im Sommer 2018.

Diskussion nimmt neue Entwicklung

Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz: Gilchings Bürgermeister Walter rechnet mit Plan B

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  • Stephan Müller-Wendlandt
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In der Diskussion um das Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz gibt es eine neue Entwicklung: Gilchings Bürgermeister Manfred Walter wartet derzeit auf Informationen aus der Nachbargemeinde Gauting. Dafür gibt es einen Grund.

Gilching/Gauting – In der neu aufgeflammten Diskussion um das Gewerbegebiet im Unterbrunner Holz wartet Gilchings Bürgermeister Manfred Walter auf Informationen aus der Nachbargemeinde Gauting. „Es scheint so, als ob es einen Plan B gibt“, sagte Walter auf Anfrage des Starnberger Merkur. Nach den aktuellen Aussagen von CSU-Landratskandidat Stefan Frey und Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (CSU) kann sich Walter gut vorstellen, dass die bislang vorliegenden Pläne für den Asto-Eco-Park geändert werden. „Ich glaube, dass Gauting nach der Wahl mit einem neuen Vorschlag zu uns kommt“, sagte Walter. Gesprächen werde er sich nicht verschließen, an seiner ablehnenden Haltung der bestehenden Pläne ändere sich aber nichts, betonte er. Wie ein Plan B aussehen könnte, vermochte Walter nicht zu sagen. Eine Möglichkeit sei aber sicherlich, über Flächen auf beiden Seiten des Flughafenzauns nachzudenken. 

Asto Eco Park: Grüne verkünden Sensation

Die Nachricht am Mittwochnachmittag um 14.37 Uhr verkündete eine kleine Sensation: „Anbei eine Pressemitteilung der Gautinger Grünen zum Scheitern des Gewerbegebietes Unterbrunner Holz“, hieß es in der E-Mail. Ein paar Zeilen weiter wurde der Bürgermeisterkandidat der Partei, Hans Wilhelm Knape, unter anderem mit diesen Worten zitiert: „Das Scheitern war vom ersten Tag an vorprogrammiert.“ Die CSU und ihr Koalitionspartner UBG hätten eine Kehrtwende hingelegt.

Ist das Aus für das umstrittene Gewerbegebiet Asto Eco Park also beschlossene Sache? „Eindeutig nein“, sagte Gautings Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger (CSU) auf Anfrage des Starnberger Merkur. Die Gemeinde halte an ihrem Planungsziel eines Gewerbegebiets fest. Gleichzeitig machte Kössinger aber deutlich, dass sie sich einem guten Kompromiss nicht verschließen wolle. „Wir waren immer gesprächsbereit und sind immer gesprächsbereit“, sagte sie und erinnerte an den ursprünglichen Gedanken, ein neues Gewerbegebiet im Bereich des ehemals geplanten, letzten Endes an Bürgerprotesten gescheiterten Aldi-Logistikzentrums zu bauen.

„Wir können eine bessere Lösung finden, wenn Gilching mitmacht“

Da habe sich die Gemeinde Gilching aber nicht gesprächsbereit gezeigt, woraufhin die Gemeinde Gauting eine eigene Planung mit dem Ergebnis des Asto-Eco-Parks vorangetrieben habe. „Wir können eine bessere Lösung finden, wenn Gilching mitmacht“, sagte Kössinger. Natürlich könne sie sich Optimierungen vorstellen. „In der Politik sollte man nie sagen: Wir reden nicht mehr miteinander.“

Mit den Worten „Das müsste ich wissen“ reagierte Gautings CSU-Chef Stephan Ebner auf die Jubel-Arie der Grünen. „Und wenn da wirklich was dran sein sollte, müsste die Gautinger CSU ihre internen Kommunikationswege überprüfen.“ Erst am Montagabend habe es eine Vorstandssitzung der CSU gegeben, und da sei das Unterbrunner Holz kein Thema gewesen. „An unserer Haltung hat sich also nichts geändert. Grundsätzlich halten wir an dieser Planung fest“, erklärte Ebner.

Völlig überrascht von der Mitteilung der Grünen zeigte sich auch Gilchings Bürgermeister Manfred Walter (SPD). Er habe zuletzt am 22. Januar mit dem Thema zu tun gehabt, sagte er. Damals diskutierten fünf Landratskandidaten im Gilchinger Rathaus auf Einladung des Bündnisses Pro Bannwald über das Gewerbegebiet.

Gewerbegebiet gescheitert? „Einschätzung einer Partei, keine Tatsache“

Wie berichtet, hatte sich auch CSU-Landratskandidat Stefan Frey damals kompromissbereit gegeben. Es könne nicht das Ziel sein, dass es zu Klagen bezüglich des Asto-Eco-Parks komme, weil sich Gauting nicht mit seinen Nachbarn einigen könne, hatte er gesagt und stattdessen gefordert: „Alle müssen an einen Tisch und an einer interkommunalen Lösung arbeiten.“ Die kann sich Frey so vorstellen: Das Gewerbegebiet Gilching Süd wird gemeinsam mit einer abgespeckten Gautinger Planung weiterentwickelt mit dem Ziel, den Bannwald nicht anzutasten.

Auf Rückfrage gab Gautings Grünen-Bürgermeisterkandidat Knape zu, dass es sich bei der Behauptung des „gescheiterten Gewerbegebiets im Unterbrunner Holz“ um eine Einschätzung der Partei und nicht um eine Tatsache handele. Die Grünen hätten aus Aussagen von Frey und Kössinger ihre Schlüsse gezogen. Außerdem sei die Stimmungslage im aktuellen – und bestimmt auch im neuen – Kreistag eher gegen das Gewerbegebiet. Der Kreistag müsste einer Herausnahme von Flächen aus dem Landschaftsschutz zustimmen. Ein entsprechendes Verfahren ist aber noch gar nicht eingeleitet.

Knape sieht sich ungeachtet dessen am Ziel: „Nun blicken wir nach vorn: Wir fordern eine Abkehr von überdimensionierten Gewerbegebieten auf Naturflächen.“ Ortsnahe und innerörtliche Gewerbeflächen seien der bessere Weg. 

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