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Betrugsversuche häufen sich 

Vermeintliche Microsoft-Mitarbeiter als Hacker: So verlor ein Geschäftsmann 15 000 Euro

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Hacker aus dem Ausland, die sich als Microsoft-Mitarbeiter ausgeben, um Bankkonten zu plündern: Mit dieser ausgeklügelten Betrugsmasche sind immer wieder auch Menschen im Landkreis konfrontiert. Zum Opfer wurde nun ein 45 Jahre alter Geschäftsmann aus Gilching. Er verlor mehr als 15 000 Euro.

Gilching – Dieser Tage warnt die Starnberger Polizei wieder vor falschen Polizeibeamten. Sie wollen gerade ältere Menschen dazu verführen, große Geldsummen herzuschenken. Oft sind es tatsächlich Senioren, die Betrügern gutgläubig zum Opfer fallen. Ganz anders liegt ein aktueller Fall aus Gilching. „Das Besondere daran ist, dass es einen getroffen hat, der Mitten im Leben steht“, sagt Andreas Ruch, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Germering. Besonders ausgefeilt ist die Betrugsmasche, in die der 45-jährige Geschäftsmann tappte – und somehr als 15 000 Euro verlor.

Alles begann mit einem Anruf am Donnerstag vergangener Woche. Am Telefon war ein Englisch sprechender Mann, der den Gilchinger auf dem Festnetz von einer Nummer mit der britischen Vorwahl 0044 kontaktiert hatte. Er gab sich als Microsoft-Mitarbeiter aus und machte dem 45-Jährigen weis, sein Computer sei gehackt worden. Gleichzeitig bot er laut Schilderung der Polizei an, sich um das Problem zu kümmern. Dazu müsse er aber auf den PC zugreifen können.

Das Opfer gab den Weg zu den Geheimzahlen frei

Der ahnungslose Gilchinger folgte den Anweisungen – dann wurde sein Bildschirm zum ersten Mal schwarz. Der Anrufer gab nun vor, eine „Bedrohung“ im Online-Banking-Portal gefunden zu haben. Sein Opfer spielte weiter brav mit, loggte sich ein, wie vom falschen Microsoft-Mitarbeiter gewünscht, und aktivierte den TAN-Generator. Der Weg zu den Geheimzahlen, um das Bankkonto zu plündern, war frei. Wieder wurde der Bildschirm schwarz. Und so sollte es eine knappe Woche lang bleiben.

Als der Computer am vergangenen Mittwoch wieder funktionierte, schaute der Geschäftsmann in sein Online-Bankkonto – und sah, dass 29 Überweisungen an englische und niederländische Konten getätigt worden und 15 000 Euro weg waren. Am Donnerstag ging er dann zur Polizei. Viel zu spät, wie Hauptkommissar Ruch sagt: „Das Geld ist weg. Es zurückzuüberweisen, ist nicht mehr möglich. Die Konten wurden schon leer geräumt.“

Ein Microsoft-Fall pro Monat - allein bei der Polizei Germering

Alleine die Germeringer Polizei habe im Schnitt einmal pro Monat mit einem „Microsoft“-Fall zu tun. Laut Ruch sind die Ermittlungsansätze „sehr dürftig“ – sowohl was Konten als auch die manipulierten Telefonnummern der Anrufer angeht. „Man kann nichts zurückverfolgen. Man landet im Nirwana.“ Der Kommissar spricht von einem „ausgeklügelten System“. Die Finesse der Masche liege aber auch in der starken Überzeugungskraft, die die Betrüger am Telefon ausstrahlen. Der Gilchinger sei mit knapp 50 Anrufen „terrorisiert“ worden. „Er war fertig.“ Man könnte auch sagen abgelenkt: Die Opfer werden mit willkürlichen Anweisungen beschäftigt – damit sie nicht hinterfragen, was eigentlich gespielt wird.

Polizist Ruch hat den Fall an die Kripo Fürstenfeldbruck weitergegeben. Bei aller Raffinesse der Masche, sagt er: „Der Mann war auch leichtgläubig. Er ist nicht auf die Idee gekommen, sich während der Woche einen guten alten Kontoauszug zu holen.“

Falsche Microsoft-Anrufe: Das rät die Polizei

Weil sie derart häufig mit falschen Microsoft-Anrufern konfrontiert wird, hat die Germeringer Polizei Tipps für potenzielle Opfer der Betrugsmasche zusammengestellt. Andreas Ruch, stellvertretender Inspektionsleiter, stellt klar: Microsoft würde nicht in Eigeninitiative bei Nutzern des Betriebssystems anrufen, um auf Hackerangriffe hinzuweisen. „Geben Sie nie Ihr Passwort oder TAN-Nummern an andere Personen weiter“, schreibt Ruch außerdem. Und: „Aktivieren Sie niemals Ihren TAN-Generator, wenn Sie von einem Anrufer dazu aufgefordert werden.“ Darüber hinaus solle man regelmäßig seine Kontoauszüge mit Blick auf Abbuchungen oder Überweisungen prüfen.

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