Das Team der Gilchinger VHS auf einem Foto vom Dezember 2019 (v.l.): geschäftsführender Vorstand Dr. Michael A. Rappenglück, Iris Janisch, die stellvertretende Leiterin Liane Apel, Carin Ruml, Gabriele Keil, Marion Rose und Christian Winklmeier. Foto: VHS
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Das Team der Gilchinger VHS auf einem Foto vom Dezember 2019 (v.l.): geschäftsführender Vorstand Dr. Michael A. Rappenglück, Iris Janisch, die stellvertretende Leiterin Liane Apel, Carin Ruml, Gabriele Keil, Marion Rose und Christian Winklmeier.

Gilchinger VHS

Volkshochschule hofft auf normales Sommersemester

Vieles ist derzeit wegen der Corona-Pandemie geschlossen, dazu zählt auch die Volkshochschule Gilching. Trotzdem bietet sie ein breit gefächertes Bildungsangebot in ihrem neuen Programmheft für das Zwischensemester Januar/Februar 2021.

Gilching – Das neue Programmheft der Gilchinger VHS ist online unter www.vhs-gilching.de verfügbar und liegt in den Rathäusern in Gilching, Weßling und Wörthsee, in Geschäften, Apotheken und der VHS-Geschäftsstelle (Landsberger Straße 17, vom 11. Januar an wieder geöffnet) aus. Die Teilnehmer können aus einem vielfältigen Programmangebot wählen zwischen Wissens-, Kreativ- und Gesundheitskursen. Ein Höhepunkt ist der Tag der offenen Tür am Samstag, 9. Januar, von 14 bis 21 Uhr, der natürlich auch online stattfindet. Dabei haben Interessierte unter anderem die Möglichkeit, kostenlos an Schnupperstunden teilzunehmen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Auch für die VHS-Mitarbeiter hat sich seit Beginn der Pandemie eine Menge geändert. Zeitweise arbeiten alle im Homeoffice. Liane Apel, stellvertretende Leiterin der VHS, berichtet im Gespräch mit dem Starnberger Merkur, wie es der Volkshochschule in den vergangenen Monaten ergangen ist.

Frau Apel, welche grundlegenden Veränderungen gibt es für die VHS aufgrund von Corona?

Die größte Veränderung ist sicherlich, dass wir seit dem 1. Dezember überhaupt keine Präsenzangebote und schon seit November keine Gesundheitskurse mehr anbieten dürfen. Einige Sprachkurse sind seit März online, nachdem die Teilnehmer mit dem ersten Lockdown beschlossen haben, dass sie es so besser finden. In den Sommermonaten konnten wir größtenteils wieder Präsenzkurse angeboten. Außerdem haben wir alle Räume mit Computer, Mikrofon, Lautsprechern und Videoprojektion ausgestattet und viele Hybridkurse angeboten. Wir haben ein Hygienekonzept sehr genau ausgearbeitet, da wir möchten, dass sich unsere Teilnehmer wohlfühlen. Beispielsweise durften wir in unseren großen Raum mit etwa 40 Plätzen nur noch acht Teilnehmer unterrichten. Zudem haben wir ein Einbahnsystem und Lüftungszeiten eingeführt. Die Tische in unseren Seminarräumen wurden nach jeder Unterrichtsstunde gereinigt.

 Bei uns sind viele über 80-Jährige dabei, die sich gerne bilden möchten, aber für die Online-Angebote keine ausreichende Technik besitzen. 

Liane Apel

Wie funktionieren die Online-Angebote und wie werden sie angenommen?

Sie werden recht gut angenommen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein Teilnehmer, sobald er einen Online-Kurs ausprobiert hat, gerne dabei bleibt und auch weitere Online-Kurse bucht. Bei uns sind viele über 80-Jährige dabei, die sich gerne bilden möchten, aber für die Online-Angebote keine ausreichende Technik besitzen. Meistens finden wir immer einen Weg, die technischen Voraussetzungen zu schaffen und die Interessierten können beispielsweise ihren Laptop in der VHS abgeben und wir richten ihn für die Online-Teilnahme ein. In den vergangenen Monaten haben wir viele Schulungen angeboten, in denen wir den Teilnehmern und unseren Dozenten den Umgang mit MS Teams beigebracht haben. Andererseits möchten aber auch viele nicht an Online-Kursen teilnehmen, weil sie bereits den ganzen Tag in der Arbeit vor dem Rechner sitzen. Es ist schade, dass nicht alle Kurse in ein Online-Format übertragen werden können, dies trifft beispielsweise auf die Malkurse zu. Natürlich fehlt den Online-Kursen die soziale Komponente vieler Präsenskurse, der freundschaftliche Austausch zwischen den Teilnehmern und Dozenten vor oder auch dem Kurs vor Ort.

Wie hat sich die finanzielle Situation entwickelt?

Wir befinden uns nach wie vor in einer schwierigen Lage, und ich habe schlaflose Nächte verbracht. Jedoch habe ich große Hoffnungen, dass wir mit großem Engagement aller Beteiligten die Corona-Zeit überstehen. Die drei Trägergemeinden stützen uns bislang hervorragend. Der Staat hat nach dem ersten Lockdown im Rahmen eines Rettungsschirms für die Volkshochschulen immerhin die Hälfte der entfallenen Erlöse erstattet. Im ersten Lockdown mussten wir viele Kursgebühren zurückzahlen. Zu dieser Zeit lief das Online-Angebot erst an und war noch nicht etabliert. Einige Teilnehmer spendeten uns dankenswerterweise ihre Kursgebühren. Wie es nach dem zweiten Lockdown aussehen wird, wissen wir aber leider nicht. Wir hoffen auf staatliche Hilfen, um die sich der Verband und wir als einzelne Einrichtung bemühen.

Hat sich die Teilnehmerzahl verändert?

Ja, wir müssen einen deutlichen Rückgang erkennen. Zum Vergleich: Wir hatten vom 16. März bis zum 31. Dezember 2019 insgesamt 2291 Teilnehmer und können für 2020 im selben Zeitraum nur 1345 Teilnehmer verzeichnen.

Ändert sich dadurch auch der Teilnehmerkreis?

Teilweise schon, weil online wirklich jeder teilnehmen kann. Zum Beispiel haben wir Online-Teilnehmer aus Berlin, Hamburg, Essen, Belgien und der Schweiz.

Gibt es Veränderungen im Programm?

Natürlich. Online-Programmangebote sind teilweise anders aufgebaut. Es gibt dabei Nachteile, aber auch Vorteile. Die Inhalte eins zu eins zu übertragen, ist in jedem Fall schwierig. Wir werden aber auch in Zukunft mit unserer Online-Volkshochschule Teile der Bevölkerung ansprechen, die beispielsweise durch Krankheit, Behinderungen oder weite Entfernungen daran gehindert sind, an unserem normalen Präsenzbetrieb teilzunehmen.

Haben Sie einen Wunsch für die Zukunft?

Ja, sogar mehrere. Ich wünsche mir einen normalen Präsenzbetrieb mit ergänzenden Online-Angeboten und ein normales Sommersemester ab März. Ich hoffe, dass wir die Pandemie bald überstanden haben. Die Gilchinger Volkshochschule hatte großes Glück, dass es innerhalb unseres Teams sowie unter den Teilnehmern und Dozenten bisher keine Corona-Fälle gab, und ich hoffe sehr, dass es dabei bleibt.

Interview: Stefanie Pfleger

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