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Kennen sich mit Hygiene aus: (v.l.) Petra Thoms, Silvia Baumbauer, Michaela Müller und Alexandra Müller.

Wirtschaft

Die vier vom Hygienemanagement

Hygiene spielt in Praxen und Krankenhäusern eine große Rolle. Tauchen neue Viren oder Bakterien auf, mus schnell reagiert werden. Dabei ändern sich oft auch die Vorschriften. Damit Praxen und Krankenhäuser ständig auf dem neuesten Stand sind, haben sich vier Frauen aus Gilching, Puchheim und Fürstenfeldbruck ein Geschäftsmodell überlegt, mit dem sie in der Region schon im Einsatz sind: als Hygienemanagerinnen.

Gilching – „BMMT – Hygienemanagement im Gesundheitswesen“ nennt sich die GbR mit Sitz in Gilching. B steht für Silvia Baumbauer aus Puchheim, die zwei M für Michaela Müller und Alexandra Müller aus Gilching und T für Petra Thoms auf Fürstenfeldbruck. Kennengelernt haben sich die vier auf einer Schulung zur Hygienefachfrau. Seit gut einem Jahr arbeiten die vier gleichberechtigten Firmenchefinnen am Konzept ihres Unternehmens und haben auch schon die ersten Kunden unter Vertrag.

Doch von Beginn an. „Voraussetzung in unserem Fall war die Ausbildung zur examinierten Krankenschwester plus zwei Jahre Praxis. Danach erst schloss sich eine zweijährige Ausbildung zur Hygienefachkraft an“, berichtet Müller. „Kennen und auch schätzen gelernt haben wir uns während der Ausbildung an der städtischen Klinik in Schwabing. Das war dann auch der Startschuss für uns, die GbR zu gründen.“

Generell sind die vier Hygiene-Fachkräfte an namhaften Kliniken in der Region beschäftigt beziehungsweise kümmern sich dort um die Einhaltung der strengen Hygiene-Vorschriften. „Es war kein Problem für uns, die Genehmigung durch unsere Arbeitgeber zu bekommen, eine eigene Firma zu gründen“, freut sich Alexandra Müller. Die Notwendigkeit und auch der Bedarf seien gegeben.

„Nicht nur Krankenhäuser, sondern auch Arztpraxen werden immer häufiger mit Überwachungen und Inspektionen durch Behörden konfrontiert“, erklärt Silvia Baumbauer. Im Rahmen von stichprobenartigen Kontrollen durch Gesundheitsämter beispielsweise würden das Hygienemanagement oder die Aufbereitung von Instrumenten überprüft. „Werden dabei Mängel festgestellt, kann dies zu erheblichen Konsequenzen für die Praxis führen“, erklärt Silvia Baumbauer. „Das Spektrum der Maßnahmen reicht hierbei von Auflagen und Ordnungsgeldern bis hin zur unmittelbaren Einschränkung der Praxistätigkeit oder gar Schließung der Praxis.“

Jeder Arzt habe eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen, Richtlinien, Empfehlungen und technischen Regeln in Bezug auf Hygiene und Medizinprodukte zu beachten. Das Spektrum dieser Vorschriften sei breit, weiß Michaela Müller. „Es reicht von handbedienungsfreien Spendern für Desinfektionsmittel über das Desinfizieren von Flächen bis zum richtigen Reinigen, Desinfizieren, Sterilisieren und Lagern von medizinischen Instrumenten. Für die Mitarbeiter sollten ausreichend Schutzbekleidung, Handschuhe sowie Mund- und Nasenschutz zur Verfügung stehen.“

„Unser Vorteil ist, dass wir als Team arbeiten, sodass selbst in Notfällen immer jemand abrufbar ist. Es passiert dann schon mal, dass eine Praxis oder eine Klinik Samstagnacht anruft, weil Fragen zur Hygiene bei Neuaufnahmen mit Verdacht auf eine ansteckende Krankheit auftauchen“, ergänzt Alexandra Müller. „Da heißt es dann, nicht lange überlegen, sondern Tasche packen und zum Einsatzort fahren, um Hygienemaßnahmen einzuleiten.“ Erreichbar ist BMMT – Hygienemanagement unter z 0 15 25/133 09 16.

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