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Volksdichter, Streithansel und teure Tropfen

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„Ein Flascherl für Anna“: „John“ Carpenter (Helmut Bauer) präsentiert die sündhaft teure Flasche Wein, die bei einem der Einakter im Mittelpunkt steht.
„Ein Flascherl für Anna“: „John“ Carpenter (Helmut Bauer) präsentiert die sündhaft teure Flasche Wein, die bei einem der Einakter im Mittelpunkt steht. © Andrea jaksch

Die „Guichinga Dorfbühne“ hat mit drei Einaktern und viel Spielfreude Premiere gefeiert.

Gilching – Nein, ausverkauft waren die Veranstaltungen der „Guichinga Dorfbühne“ am Wochenende im Oberen Wirt in Gilching nicht, angesichts der momentanen Probleme vieler Veranstalter aber mit je rund 70 Zuschauer am Freitag und am Samstag durchaus zufriedenstellend besetzt. Wie berichtet, eröffnete das Ensemble nach einer längeren Corona-Pause die Spielsaison mit drei Einaktern.

Los ging es mit „Diplomatie“ aus der Feder von Ridi Walfried. Ein Stück, das von den Akteuren humorvoll umgesetzt wurde. Darin geht es um einen Anwalt namens Dr. Seisser (Markus Verrecchia), der sich kurzfristig um den frisch geborenen Nachwuchs seiner Tochter kümmern muss, weshalb dessen Sekretärin Frl. Schlaminger (Ulrike Rattay) die angemeldeten Klienten Frl. Wieser (Silvia Härtl) und Simon Rohrbacher (Helmut Bauer) übernehmen muss. Die Nachbarn streiten sich seit 25 Jahren unentwegt – um was genau, das wissen sie selber nicht. Und getreu dem Motto „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich“ schlägt ihnen Frl. Schlaminer völlig entnervt vor: „Dann heirats doch endlich!“

Mit „Gelähmte Schwingen“ aus der Feder von Ludwig Thoma hatte Regisseur Helmut Bauer wahrlich einen guten Griff getan. Da kam jede Menge Spielfreude bei den Akteuren sowie Begeisterung beim Publikum auf. Insbesondere, als die sehr textsicheren Protagonisten plötzlich ihren ersten Hänger hatten und vor Lachen eine Kunstpause einlegten. Das Stück erzählt die Geschichte des Verseschmieds Otto Haselwanter (Helmut Bauer), der sich für einen „großen Volksdichter“ hält. Sein Ego erleidet einen herben Schlag, als er nach einem Vortragsabend die Zeitung aufschlägt. Als ihm dann Mentor, Schwager und Metzgermeister Benno Summerer (klasse gespielt von Verrecchia) auch noch rät, künftig doch moderner und dem Publikumsgeschmack entsprechend zu schreiben, holt der Dichter einen bisher unveröffentlichten Text hervor. Mit einer tragischen Wilderer-Geschichte rührt er letztendlich die Verwandtschaft zu Tränen. Bei „Ein Flascherl für Anna“, einer Komödie von Petra Blume, geht es schließlich um einen kostbaren Wein, der zu Kochwein wird.

Weitere Aufführungen sind für 11./12./18. und 19. November, jeweils 20 Uhr, vorgesehen. Einlass ist stets ab 18 Uhr. Reservierungen sind täglich ab 16 Uhr unter 0160/720 90 23 möglich.

Uli Singer

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