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Von Hummeln, Grillen und mehr

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Von: Hanna von Prittwitz

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Die Texte dazu lagen schon lange in der Schublade, nun hat Merkur-Mitarbeiterin Nilda Frangos das Kinderbuch „Insektenglück“ veröffentlicht.
Die Texte dazu lagen schon lange in der Schublade, nun hat Merkur-Mitarbeiterin Nilda Frangos das Kinderbuch „Insektenglück“ veröffentlicht. © Andrea Jaksch

Unseren Leserinnen und Lesern ist Nilda Frangos seit vielen Jahren als Mitarbeiterin bekannt. Nun hat die Gilchingerin ein Buch für Kinder veröffentlicht. Die Idee zu „Insektenglück“ lag schon viele Jahre in der Schublade.

Gilching – „Die Idee hatte ich schon, als die Kinder klein waren“, sagt Nilda Frangos. Das ist in der Tat schon lange her: Leon und Gina sind nämlich schon 26 und 23 Jahre alt. Doch wie es der Zufall manchmal will, entwickeln sich die Dinge anders bis zu dem Tag, an dem es dann doch weitergeht. Das war vor einiger Zeit im Ruhrpott. Dazu später. Heute nun hält Nilda Frangos ihr Buch in den Händen. „Jetzt ist das Ganze rund für mich.“

Nilda Frangos wurde 1968 in Berlin geboren und studierte dort auch Betriebswissenschaften. Seit Beginn der 90er lebte sie in verschiedenen Orten rund um München, seit 2002 in Gilching. Als die Kinder klein waren, schrieb sie Gedichte. Der ganzen Familie bereitete das Freude, und auch Freunde und Mitschüler der Kinder hatten was davon: „Meine Tochter hat sich dann auch mal ab und an ein Gedicht zum Geburtstag gewünscht, das war sozusagen eine Auftragsarbeit“, erinnert sich Nilda Frangos heiter.

Sie bewarb sich mit ihren Gedichten auch bei mehreren Verlagen. Zwei zeigten größeres Interesse, „aber es kam dann doch nichts zustande“. Danach verschwanden die Gedichte in der Schublade. Bis zu dem Tag, an dem Nilda Frangos bei einer Reise in den Ruhrpott in NRW die Illustratorin Anja Klukas kennenlernte. „Ich hatte zuvor meine Gedichte auch schon so ein bisschen illustriert, aber das konnte man unmöglich veröffentlichen.“ Klukas hingegen sei „wirklich eine Künstlerin, sie malt wunderschön“. Der Grafikdesignerin aus Lünen gefiel die Idee, mit der Frangos ihrer Zeit voraus war, wie es heute scheint. Denn in dem Buch finden sich sieben Versgeschichten, die zwar kindgerecht erzählt sind und alle gut enden, hinter denen sich jedoch eine ernste Idee verbirgt: „Ich möchte die Kinder mit dem Herzen ansprechen“, sagt Nilda Frangos über ihre Botschaft. „Wenn es viele kleine Leser findet, die mehr Sinn entwickeln für Insekten und die Natur, und nicht einfach jede Fliege totschlagen, bin ich zufrieden.“

In den sieben Versgeschichten um „allerlei Gekreuch und Gefleuch“ geht es beispielsweise um die dicke Hummel, die viel lieber eine Wespentaille hätte, oder die Stubenfliegen, die um ihr Erbe streiten – ein Honigbrot. Die Grille ist zu faul für den Konzertverein – bis sie sich in ein Grillenmädchen verliebt. Jeder Geschichte folgt ein kleiner Wissensteil über das Insekt. Welche Arten sind bedroht? Wie kann man die kleinen Lebewesen mit einfachen Mitteln unterstützen? „Ich glaube, wer den Bildband durchgelesen hat, wird sich schwertun, eine lästige Stubenfliege zu erschlagen oder einen Käfer zu zertreten“, hofft Nilda Frangos. „In Zeiten des Insekten- und Artensterbens hat das alles jetzt einen Rahmen bekommen“, stellt sie fest. Und ist froh, dass die Texte doch noch den Weg aus der Schublade gefunden haben.

Insektenglück

von Nilda Frangos, illustriert von Anja Klukas, ist im Buchhandel für 19,99 Euro erhältlich; 48 Seiten, gebunden, Eigenverlag.

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