Einsatz in Geisenbrunn: Etwa 20 Kubikmeter Wasser pumpten die Feuerwehrleute aus dem Wohnhaus.
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Einsatz in Geisenbrunn: Etwa 20 Kubikmeter Wasser pumpten die Feuerwehrleute aus dem Wohnhaus.

Polizei ermittelt gegen Eheleute

Wasser mutwillig aufgedreht: 200 000 Euro Schaden

  • Peter Schiebel
    vonPeter Schiebel
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Ein kapitaler Wasserschaden in einem Einfamilienhaus in Geisenbrunn hat am Sonntag einen Sachschaden in sechsstelliger Höhe verursacht. Die Polizei schätzt ihn auf 200 000 Euro – und sie geht davon aus, dass einer der beiden Eigentümer das Wasser mutwillig aufgedreht hat.

Geisenbrunn - „Polizisten erleben in ihrem Beruf immer wieder außergewöhnliche und unglaubliche Dinge“, sagt Andreas Ruch, der stellvertretende Leiter der Germeringer Polizei, über den Einsatz vom Sonntag. Gegen 15.30 Uhr rief der 53 Jahre alte Eigentümer des Hauses bei der Polizei an. „Er gab an, dass er seit vergangenem Freitagnachmittag nicht mehr zu Hause gewesen sei“, schildert Ruch. Als er nun wieder zu dem Wohnhaus gekommen sei, habe die Terrassentüre offen gestanden und sämtliche Wasserhähne im gesamten Haus seien aufgedreht gewesen.

Noch während die Streife unterwegs war, verständigten die Beamten die Freiwillige Feuerwehr Geisenbrunn. Die Einsatzkräfte machten sich nach Angaben von Kommandant Stefan Siegl mit acht Mann und drei Fahrzeugen auf den Weg zu dem Einfamilienhaus.

„Die Angaben des Mitteilers bestätigten sich nach dem Eintreffen der Polizeibeamten in vollem Umfang“, berichtet Ruch. Es seien alle Wasserhähne aufgedreht, zudem alle Wasserabläufe verschlossen worden. „Hierdurch hatte sich das Wasser über die Becken gestaut und alle fünf Etagen überschwemmt.“ An der tiefsten Stelle des Hauses im zweiten Kellergeschoss stand das Wasser kniehoch, als die Beamten eintrafen. Sofort begannen die Feuerwehrleute damit, das Wasser abzupumpen. Kommandant Siegl schätzt die Menge auf rund 20 Kubikmeter – das entspricht knapp der Hälfte des jährlichen Pro-Kopf-Verbrauchs an Trinkwasser. Etwa eine Stunde dauerte der Einsatz der Kameraden.

Die Ermittlungsarbeit der Polizei nahm da erst so richtig Fahrt auf. „Wie sich bei der Anzeigenaufnahme herausstellte, könnte ein ,Rosenkrieg’ der beiden dort ursprünglich einmal gemeinsam wohnhaften Eheleute der Grund für die vorsätzliche Überflutung des Gebäudes sein“, teilt Ruch mit. Der 53 Jahre alte Ehemann und seine 45 Jahre alte Ehefrau seien seit etwa einem Jahr getrennt und lebten mittlerweile an anderen Wohnorten. Beide seien Eigentümer des Haues. Am vergangenen Freitag hätten sie sich zusammen mit dem gemeinsamen Sohn an dem Haus in Geisenbrunn getroffen. Was dann geschah, müssen nun die Ermittler herausfinden. Auch, weil keinerlei Einbruchsspuren an dem Haus gefunden wurden, führen sie beide Eheleute als Beschuldigte.  

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