Messring von innen: Solche Crashtest-Anlagen stellt das Unternehmen künftig auf dem Flughafengelände her.
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Messring von innen: Solche Crashtest-Anlagen stellt das Unternehmen künftig auf dem Flughafengelände her.

Umzug abgeschlossen

Weltmarktführer für Crash-Test-Technologie jetzt in Oberpfaffenhofen

  • Peter Schiebel
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Der Umzug der Firma Messring innerhalb des Landkreises von Krailling nach Gilching ist abgeschlossen. Nun baut der Weltmarktführer für Crashtest-Technologie seine Anlagen auf dem Gelände des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen.

Gilching – Selbst der Bombenfund vor zehn Tagen konnte den Zeitplan nicht nachhaltig durcheinanderbringen. „Wir haben dann halt ein bisschen später mit dem Umzug angefangen“, sagt Alex Kiendl, Sprecher des Unternehmens Messring. Unweit der neuen Konzernzentrale an der Friedrichshafener Straße in Gilching war der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Messring lag also mittendrin im 500-Meter-Sperrradius, der für die Entschärfung der Bombe eingerichtet war.

Völlig unabhängig davon hat das Unternehmen nun seinen Umzug beendet. „Am Samstag sind die letzten Umzugskisten der rund 150 Mitarbeiter aus dem alten Bürogebäude in der Kraillinger Innovationsmeile abtransportiert worden“, berichtet Kiendl. Und damit heißt es für Messring: Willkommen in Gilching, willkommen auf dem Gelände des Sonderflughafens im „Air Tech Campus Oberpfaffenhofen“.

Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Crashtest-Technologie. Zu den Kunden gehören unter anderem Automobilhersteller und Versicherungsunternehmen, aber auch die Hersteller von Kindersitzen. In Gilching werden künftig die Anlagen und Beschleunigungsschlitten hergestellt, mit denen die Firmen ihre Tests vornehmen können. Dafür steht in dem Gebäude eine Halle zur Verfügung, die Kiendl als „Highlight des Komplexes“ bezeichnet.

Messring von außen: Das ist die neue Firmenzentrale an der Friedrichshafener Straße in Gilching.

Sie verfügt über eine eigene Crashtest-Anlage mit 100 Meter Bahnlänge und zwei Schlittentestanlagen. „Die Anlage ist auf dem neusten Stand der Technik voll ausgestattet und wird neben der Vormontage von Kundenaufträgen für interne und externe Versuche aus Forschungs- und Entwicklungsprojekten genutzt“, erklärt Kiendl. „Darüber hinaus ist in der Crashhalle und auf dem Freigelände ausreichend Platz für Tests.“ Dabei spielen nach Angaben des Sprechers teil- oder gänzlich autonome Fahrfunktionen eine größer werdende Rolle.

Zudem gibt es auf dem Gelände zwei Werkstätten zur Inbetriebnahme aller Messring-Produkte und ausreichend Büroräume. Diese seien offen und hell gestaltet, teilt Kiendl mit. Mehr als 20 Besprechungsräume würden zum Austausch und zu gemeinsamer Projektarbeit einladen. Auch Erweiterungsmöglichkeiten sind vorgesehen. Bis zu 200 Arbeitsplätze sind in dem Neubau mit mehr als 7200 Quadratmetern Büro- und Hallenfläche möglich.

„Wir hoffen, dass wir expandieren können, die Option dazu besteht jedenfalls“, sagt Kiendl gegenüber dem Starnberger Merkur. Unter der Corona-Krise leidet Messring bei Weitem nicht so stark wie zum Beispiel Zuliefererbetriebe für die Luftfahrtindustrie. Dennoch sind die Auswirkungen der Pandemie auch dort zu spüren. Vor allem die Reisebeschränkungen hätten die Geschäfte in den vergangenen Monaten erschwert, sagt Kiendl.

„Großer Schritt im Einsatz für die Verkehrssicherheit“

„Nach 20 erfolgreichen Jahren mit kontinuierlichem Wachstum in Krailling macht Messring mit dem Einzug in das neue Gebäude einen großen Schritt im Einsatz für die Verkehrssicherheit“, betont Geschäftsführer Dierk Arp. „Unser Ziel ist, die Tradition von über 50 Jahren Crashtest-Innovation mit dem neuen Umfeld und Arbeitsbedingungen weiter zu beleben und erfolgreich in die Zukunft zu tragen.“

Baubeginn auf dem Gelände des Sonderflughafens war im September vergangenen Jahres. Das Gebäude gehört der Firma Bewo als Flughafeneigentümerin. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich das Luftfahrtunternehmen Ruag, der Elektromotorhersteller Torqeedo und das Ausbildungszentrum Aero Bildung.

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