Pflegemutter Vera Pein mit ihren Schützlingen (v.l.) David (25), Aylin (14), Raffaello (4), Zoe (8), Dinah (17).
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Pflegemutter Vera Pein mit ihren Schützlingen (v.l.) David (25), Aylin (14), Raffaello (4), Zoe (8), Dinah (17).

Gilchinger Verein unterstützt Pflegemutter

Wie die Kinderinsel in Corona-Zeiten hilft

Dass in Zeiten der Corona-Pandemie weite Teile der Wirtschaft wie Privatpersonen gleichermaßen betroffen sind, steht fest. Es gibt aber auch noch einen großen Kreis von Menschen, die bei all den staatlichen Bemühungen um ein finanzielles Überleben schlichtweg übersehen werden. Das zumindest stellt Uli Singer, Vorsitzende des Vereins Kinderinsel mit Sitz in Gilching, fest.

Gilching - „Es geht um alleinerziehende Mütter, seltener noch Väter, und um sozial schlechter gestellte Familien, die nun seit einem Jahr versuchen, über die Runden zu kommen“, sagt sie. Einblick in die Situation gewährt Pflegemutter Vera Pein aus Inning, die derzeit fünf Pflegekinder in Obhut hat.

„Wenn ich die Kinderinsel nicht an der Seite hätte, ich wüsste nicht, wie wir über die Runden kommen sollten“, sagt die 64-Jährige. Drei ihrer Pfleglinge sind zwischen sieben und 17 Jahre alt und besuchen alle noch die Grund- beziehungsweise die Förder- sowie die Mittelschule. „Das bedeutet täglichen Stress durch Homeschooling. Unverständlich für mich aber war, dass seitens der Staatsregierung angekündigt wurde, dass sozial bedürftigen Kindern seitens der Schulen Laptops zur Verfügung gestellt werden. Davon war nichts zu spüren“, sagt Pein. Sie habe mehrmals einen Antrag bei einer Herrschinger Schule auf einen Leihlaptop gestellt, aber weder eine Antwort noch ein Gerät bekommen. Pein: „Dies bedeutete, dass wir alles über ein Handy abwickeln mussten.“

Erschwerend hinzu gekommen sei eine wackelige Internetverbindung, unabhängig von erhöhten Verpflegungskosten und Kosten für zusätzliche Bücher und Papier. „Vom Pflegegeld alleine wäre dies nicht mehr zu stemmen gewesen“, räumt die Pflegemutter ein. Nun steht dank eines großzügigen Zuschusses durch die Raiffeisenbank Gilching ein leistungsstarker Laptop im Hause Pein, und auch die Leistung des Internets wurde erhöht. Neu sponsert der Verein außerdem die sporadische Unterstützung durch eine junge Frau, die explizit mit der 17-Jährigen „auf Entdeckungsreise“ gehen wird. „Für die Kleineren habe ich den Garten in einen allgemeinen Spielplatz umgewandelt, sodass die in ihrer Freizeit gut beschäftigt sind. Aber meiner 17-Jährigen ist es hier einfach zu langweilig“, sagt Pein. Wer die Arbeit der Kinderinsel unterstützen möchte: Das Spendenkonto lautet: DE72 7016 3370 0003 2213 18.  

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