+
So sehen die „MVGRad“-Stationen aus: Das Projekt aus München kommt in absehbarer Zeit auch nach Gilching.

Standortsuche für Stationen läuft

Wieder Leihräder: Projekt aus München bald auch in Gilching

Die Gemeinde Gilching hat sich grundsätzlich bereit erklärt, sich am vom Landkreis geplanten Leihradsystem zu beteiligen. Standorte für die Stationen müssen an Bahnhöfen und in Gewerbegebieten allerdings erst noch gefunden werden.

Gilching – Die Gemeinde Gilching bekommt wieder ein Leihradsystem. Der Gemeinderat hat dem Vorschlag des Landkreises, das System „MVGRad“ einzuführen, grundsätzlich zugestimmt.

Vorreiter im westlichen Landkreis in puncto kompatibles Mietradsystem mit Ladesäulen war schon vor Jahren das Unternehmen „ASTO-Group“ an der Friedrichshafener Straße in Gilching. Mit im Boot ruderten die Gemeinde Gilching sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Oberpfaffenhofen. „Das war eine wirklich gute Sache, die von der Firma ,Nextbike‘ organisiert und betreut wurde“, so „ASTO“-Geschäftsführer Bernd Schulte-Middelich auf Anfrage. „Unsere Mitarbeiter haben das Angebot gut genutzt. Sie konnten so von der S-Bahn auf das Fahrrad umsteigen und die restlichen Kilometer radelnd bewerkstelligen. Leider hat der Service irgendwann nachgelassen, und das Projekt wurde schließlich komplett eingestellt.“ Aufgegeben wurde die Idee allerdings nicht.

Mietradsystem: Gilching, Gauting, Krailling und Tutzing dabei

Mittlerweile hat sich der Landkreis Starnberg in Kooperation mit der Landeshauptstadt München des Themas angenommen und erneut ein kompatibles Mietradsystem aus der Taufe gehoben. Wie berichtet, hat der Kreistag dem Projekt vor gut einem Jahr zugestimmt, die Gemeinden Gauting, Krailling und Tutzing ihr Einsteigen signalisiert. In der jüngsten Sitzung hat nun auch der Gemeinderat in Gilching beschlossen mitzumachen. „Mit der Errichtung der Landkreisstationen wird von den Kooperationspartnern keine wirtschaftliche Zielsetzung verfolgt“, erklärte Gilchings Bauamtsleiter Max Huber in der Ratssitzung. „Vielmehr soll das städtische Mobilitätskonzept durch die Ausweitung des Systems ,MVGRad‘ auf den Landkreis insgesamt an Attraktivität gewinnen und Anreize zum Umstieg der Pendler vom motorisierten Individualverkehr auf den ÖPNV beziehungsweise auf das Fahrrad geschaffen werden.“ Die Verwaltung wurde nun beauftragt, geeignete Standorte im Bereich der Bahnhöfe und in den Gewerbeparks zu finden und zu prüfen.

Kosten für Gilching zwischen 30 000 und 50 000 Euro

„Wir sind sofort wieder mit dabei“, sagt Schulte-Middelich, der sich über den erneuten Anlauf freut. „Diesbezüglich haben wir uns auch schon lange um das Mietradsystem bemüht und uns regelmäßig mit Jan Haas von der Gemeindeverwaltung abgestimmt.“ Im Übrigen, erklärte er, „haben wir die ursprüngliche Fläche für die Mieträder und die Ladesäulen freigehalten, sodass wir sofort anfangen könnten“.

Die Kosten für Gilching gibt Huber zwischen 30 000 und 50 000 Euro an. Die Gemeinde ist laut Plan des Landkreises für Grundstück und Fundament einer Station zuständig. Eine Station besteht aus einer Stele und dem Radlständer, der Landkreis will kräftig beim Bau mitbezahlen. Max Huber: „Wir hoffen sehr, dass sich weitere Gewerbetreibende anschließen und wir das Projekt im Sinne einer Reduzierung von CO2-Emissionen sowie einer Lösung für bestehende Verkehrsprobleme gemeinsam stemmen können.“

Uli Singer

Lesen Sie auch:

Die Gilchingerin Evi Thoma gab ihren Beruf für die Geschäftsidee auf: Nun eröffnet sie den ersten Unverpackt-Laden im Landkreis Starnberg.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

SARS-CoV-2: Kein neuer Fall am Samstag
Nach dem Ausbruch in Hechendorf und Gilching breitet sich das Coronavirus wieder aus. Am Samstag kam aber kein Fall dazu.
SARS-CoV-2: Kein neuer Fall am Samstag
Gymnasium Tutzing: In 20 Tagen übernimmt der Landkreis - Schulleiter macht das Hoffnung
Das jahrzehntelange Ringen um die Trägerschaft des Gymnasiums Tutzing ist beendet: Der Landkreis Starnberg übernimmt sie am 1. August.
Gymnasium Tutzing: In 20 Tagen übernimmt der Landkreis - Schulleiter macht das Hoffnung
Nach Reifenplatzer mit 180 km/h in die Leitplanke: So erlebte der Fahrer den Horrorunfall
Wie ist es, einen Autounfall mit 180 km/h unverletzt zu überleben? Kaum jemand kann das wohl besser erzählen als der Gautinger Friseur Michael Frenzel. Schließlich hat …
Nach Reifenplatzer mit 180 km/h in die Leitplanke: So erlebte der Fahrer den Horrorunfall
Gegen Durchschneiden und Vergiften: Die Schnecken-Retterin aus Breitbrunn 
Sarah Stiller setzt sich gegen Vergiften und Durchschneiden von Schnecken ein. Nicht nur mit Worten in ihrem Blog. Sondern auch mit Taten. 
Gegen Durchschneiden und Vergiften: Die Schnecken-Retterin aus Breitbrunn 

Kommentare