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Wildschweine haben Maisfelder von Landwirt Georg Zankl teilweise umgepflügt. Das Problem haben Landwirte im ganzen Landkreis, sagt er.

Wildschäden

Ärger und Angst um die Existenz

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Es gibt zu viele Wildschweine im Landkreis, sagt Georg Zankl. Der Kreisobmann der Bauern fordert mehr Bejagung. Er sieht die berufliche Existenz von sich und seinen Kollegen gefährdet.

Gilching – Es regnet, der Wind pfeift kalt, die Gummistiefel sinken in der Erde ein. Hier im Maisfeld will Georg Zankl erklären, was ihn so ärgert. „Da stehen die Kolben noch schön“, sagt der Gilchinger Landwirt. Drei Schritte weiter zeigt er auf umgepflügte Maispflanzen. Eine Lichtung mitten im Feld. Er schätzt, dass sich 30 Wildschweine dort ausgetobt haben.

Zankl: Größtes Problem ist die afrikanische Schweinepest

Es sei seit zehn Jahren dasselbe, sagt der Bauernobmann in seinem Transporter auf dem Rückweg zum Hof. Landwirte sprechen von einer Wildschwein-Plage, Jäger sehen das anders, und das Landratsamt erweitert die Bejagungsmöglichkeiten nicht (wir berichteten). Alles wie immer. „Aber durch die afrikanische Schweinepest wird es jetzt dramatisch.“ Die könnte sich schon in ein oder zwei Jahren ihren Weg von Polen nach Bayern bahnen, mahnt der Landwirt.

Die Folge: Wenn in einem Radius von 15 Kilometern um seinen Hof ein Wildschwein mit der Pest entdeckt werde, gebe es eine Sperrfrist. Dann dürfe er weder Schweine kaufen noch verkaufen. Die Sperre könne drei Monate, aber auch viel länger andauern. Seine 1200 Schweine müsse er dann irgendwann töten lassen. „Das wäre der Ruin.“ Dann würden selbst der Ärger auf seinen Maisfeldern und die 2000 Euro Einbußen in den Hintergrund rücken. Schäden werden teilweise ersetzt, auch bei Tötung der Tiere.

Zäune? „Finanziell und zeitlich nicht drin“

Auch ohne Pest fordert Zankl, dass Wildschweine mehr bejagt werden. „Auch Milchviehhalter sind stark betroffen.“ Wildschweine wühlten Erde auf, neben Gras komme auch Dreck ins Futter. „Dadurch gibt es gesundheitliche Probleme, es wurden schon Kälber verworfen.“ Landwirte im ganzen Landkreis klagten über Probleme mit Wildschweinen. Im Gegensatz zum Kreisvorsitzenden der Jäger, Hartwig Görtler, sieht er die Möglichkeiten der Landwirte ausgeschöpft.

Am Abstand der Felder zum Wald liege es nicht. Sein am stärksten betroffenes Maisfeld habe einen Abstand von 15 Metern oder sei durch einen Weg vom Wald getrennt. Auf ihren nächtlichen Touren von 20 Kilometern würden die Wildschweine allerlei Felder aufsuchen. Und eine Einzäunung? „Das ist finanziell und zeitlich nicht drin.“ Für ihn würden das Kosten im sechsstelligen Bereich und ständige Kontrollen der Zäune bedeuten.

Fürstenfeldbruck: Nachtzielgeräten zum Test

Der Landwirt hofft auf die Jäger. „Wir helfen ihnen, wo es geht, dreschen unsere Felder und lassen sie bis Frühjahr liegen.“ Durch den Kontrast von hellem Mais und dunklen Wildschweinen könne man dann leichter jagen. Als Hilfe sei der Einsatz von Nachtzielgeräten sinnvoll. Die darf das Landratsamt zulassen, wenn eine Überpopulation festgestellt wird. Im Landkreis Fürstenfeldbruck soll es in zwei Revieren als Pilot-Projekt genehmigt werden, wie Landrat Thomas Karmasin auf Anfrage bestätigt. 

Die Voraussetzung: Jäger stellen schriftlich eine Überpopulation fest – im Landkreis ein unwahrscheinliches Szenario. Eine andere Möglichkeit: Saufang. Tiere werden in Gatter gelockt, in denen sie erlegt werden können. „Wenn es richtig gemacht wird, sehe ich da kein Tierschutzproblem“, sagt Zankl. Davon muss er Jäger und Behörden überzeugen.

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