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„Wir schauen über den Tellerrand“

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Von: Hanna von Prittwitz

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Dagmar Schuller von Audeering
Dagmar Schuller von Audeering. © Audeering

Seit Juni 2021 ist Dagmar Schuller, Gründerin und Geschäftsführerin des Künstliche-Intelligenz-Unternehmens Audeering in Gilching, Vizepräsidentin der Industrie- und Handelskammer (IHK) für München und Oberbayern. Der Starnberger Merkur hat bei Dagmar Schuller nachgefragt, wie sich das neue Ehrenamt anfühlt.

Gilching - Schullers Schwerpunkte bei der IHK sind die Bereiche Innovation, neue Technologien, Technologietransfer und Datenökonomie. Insgesamt setzt sich das Präsidium der IHK aus Präsident Klaus Josef Lutz und zwölf Vizepräsidenten zusammen, je zur Hälfte Männer und Frauen.

Frau Schuller, wie gefällt Ihnen Ihre neue Aufgabe bei der IHK?

Ehrlich gesagt bin ich sehr froh über dieses neue Ehrenamt. Ich möchte beim Technologie-Transfer einen Beitrag leisten für mehr Offenheit. Bayern ist da sehr weit vorne, aber ich möchte noch mehr Vertrauen gewinnen für das Thema Künstliche Intelligenz. Die IHK eröffnet mir da ganz neue Möglichkeiten.

Wie gut kannten Sie die IHK als Unternehmerin?

Ich hatte schon mit der IHK zu tun, weil Audeering auch ein Ausbildungsbetrieb ist. Aber es war mir überhaupt nicht klar, welche Arbeit die IHK als Interessenvertretung der Wirtschaft, im Hintergrund zum Beispiel der Politik bewältigt, welche Bandbreite und auch Intensität die Arbeit hat. Ich glaube, vielen ist gar nicht bewusst, wie stark der Einfluss der IHK ist.

Woran machen Sie das fest?

Dass Anregungen und Ideen sehr konstruktiv diskutiert werden. Das Präsidium ist unglaublich motiviert, die Stimmung positiv. Jeder versucht, einen Beitrag zu liefern und sich in die Situationen des anderen reinzudenken. Das Ziel ist, die 400 000 Mitgliedsunternehmen zu unterstützen sowie die Unternehmerinnen und Unternehmer zu stärken. Ganz ehrlich, ich war von der ersten Minute an von der Zusammenarbeit begeistert.

Was konnten Sie in Ihrem Bereich schon erreichen?

Das ist nicht so leicht zu fassen, und schließlich gibt es im Präsidium noch andere Mitstreiter auf dem Gebiet der Digitalisierung. Aber ich habe vielleicht schon Anregungen geben können.

Welche Rolle spielt Corona bei der IHK?

Sie müssen sich vorstellen, dass seit Juli 2020 die staatlichen Coronahilfen für ganz Bayern von der Münchner IHK abgewickelt werden. Die Industrie- und Handelskammer hat sehr schnell dafür die Voraussetzungen auf die Beine gestellt und organisiert. Das war auch technologisch ein Meilenstein und sehr bemerkenswert. Man versucht permanent Prozesse zu verändern und praktische Probleme zu lösen.

Die IHK wird eher als konservativer Verband wahrgenommen. Wie steht es um moderne und auch sperrige Themen?

Diversity- und Frauenthemen sowie der Wandel hin zur nachhaltigen Wirtschaft werden sehr stark betrieben, auch bei der IHK. Die Unternehmerinnen in den Reihen sind da sehr engagiert und leisten tolle Arbeit. Der Präsident Klaus Josef Lutz hat da ein Mega-Team zusammengestellt. Als konservativ empfinde ich die IHK gar nicht, im Gegenteil.

Wie meinen Sie das genau mit der Zusammensetzung des Präsidiums?

Das Präsidium bietet einen großen Querschnitt durch die Wirtschaft, da ist vom Gastronomen über den Einzelunternehmer bis hin zum Industriellen jede Branche vertreten. Das heißt auch: Wir schauen über den Tellerrand, die eigenen Scheuklappen sind weg. Immerhin vertreten wir das Gesamtinteresse der gewerblichen Wirtschaft in Oberbayern und haben alle Branchen gleichermaßen im Blick. Die Dinge werden offen zur Diskussion gestellt. Lutz und der Hauptgeschäftsführer Dr. Manfred Gößl sind in den Diskussionen auch unglaublich transparent. Da wird nichts hinter dem Berg gehalten, sondern sehr offen, sachlich und kompetent gesprochen. Die Meetings laufen wirklich bemerkenswert.

Sie sind gebürtige Österreicherin. Das ist schon auch besonders, oder?

Ich bin ja schon seit 20 Jahren in Bayern. Aber natürlich habe ich mich sehr darüber gefreut, als Österreicherin bei der IHK München und Oberbayern mitwirken zu dürfen, die ja Deutschlands größte IHK ist. Ich freue mich sehr auf die weiteren fünf Jahre.

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