Maßnahme angekündigt

Zu viele Krähen: Nun geht es an die Eier

Saatkrähen sorgen für ordentlich Ärger in Gilching - nun soll es eine Lösung geben.

Gilching – Seit Jahren sind Saatkrähen der Aufreger in der Bevölkerung, räumte Gilchings Umweltbeauftragter Jan Haas in der Umweltausschusssitzung am Montag ein. Doch alle Maßnahmen, sie zu vergraulen, seien bisher fehlgeschlagen. Nun soll die Entnahme von Eiern Erfolg bringen.

Anlass, das Thema auf die Tagesordnung des Umweltausschusses zu bringen, war die Beschwerde eines Anwohners, der am Baderwinkel von „Horrorszenarien“ wegen der rund 200 Saatkrähen sprach. Dort befinden sich allerdings keine Nester. Die sind vornehmlich an Landsberger Straße, Waldsiedlung, Kortumstraße, Friedhof und Flurgrenzstraße zu finden. Bürgermeister Manfred Walter vermutet, dass die Krähen den Baderwinkel nur als gelegentlichen Treffpunkt nutzen, ohne Brutabsichten.

Dennoch wurde Kontakt mit der Gemeinde Puchheim aufgenommen. Dort wird seit Jahren versucht, die Krähenpopulation einzudämmen. In der Sitzung gab Haas Informationen der Biologin Dr. Monika Sepp weiter. Diese betreut die Gemeinden Puchheim und Germering. „Puchheim hat 406 Brutpaare in einer Kolonie, die im Wohngebiet und direkt über den Gräbern eines Friedhofes liegt. Es wurden mit beträchtlichem Aufwand und in Abstimmung mit der Regierung von Oberbayern verschiedene Vergrämungsmöglichkeiten versucht. Keine der Maßnahmen hat zum erwünschten Erfolg geführt.“ Unter anderem habe man Heliumballons in die Bäume gehängt, Krähenklatschen angebracht, Nester entfernt und Eier entnommen. 

„Wir haben bereits verschiedene Szenarien durchgespielt“

„Durch all’ die Maßnahmen haben sich Splitterkolonien gebildet, die zu einem vermehrten Wachstum der Krähenpopulation geführt haben. Keine der Maßnahmen lässt sich derzeit für Gilching empfehlen“, bedauerte Haas. Gilching habe zudem das Problem, dass durch Bauvorhaben, explizit auch an der Landsberger Straße, der Baumbestand entfernt worden sei und die Krähen vermehrt neue Kolonien gebildet hätten. Auch die Versuche, die Krähen mit künstlichen Nestern zu Standorten außerhalb des Gemeindegebietes zu locken, seien allesamt fehlgeschlagen.

Trotz aller Negativberichte will die Gemeinde Gilching durch die Entnahme von Eiern Erfolge erzielen. „Wir haben bereits verschiedene Szenarien durchgespielt und dabei festgestellt, dass nicht alle Eier entfernt werden dürfen, weil die Vögel sofort wieder neue legen. Lassen wir aber ein Ei im Nest, wird dies gehegt und gepflegt und die Krähen geben sich zufrieden.“ 

Von Uli Singer

Rubriklistenbild: © dpa

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