+
Symbolbild

Baggerfahrer gegen Hundehalter

Todesdrohung wegen Hund

Gilching – Ein Baggerfahrer soll einen Hundehalter mit dem Tode bedroht haben und muss sich daher vor Gericht verantworten. 

Ein angeblich nächtelang kläffender Jack-Russell-Terrier namens „Maria“ steht im Fokus eines Verfahrens am Starnberger Amtsgericht wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Bedrohung. Angeklagt ist ein 57-jähriger Baggerfahrer, der im Mai, Juli und August 2015 den Halter des Terriers mehrfach mit dem Tode bedroht und dann im Dezember mit Fausthieben verletzt haben soll. 

Der beschuldigte Familienvater stritt sämtliche Vorwürfe ab, bestätigte aber in ausgedehnten und höchst emotionalen Vorträgen, wie sehr ihm das angebliche Gekläffe des Hundes auf die Nerven gehe: „Auch heute Nacht habe ich wieder nicht schlafen können, weil der ab zehn Uhr bis morgens um fünf gebellt hat“, so der offenbar auf dem Zahnfleisch daherkommende Angeklagte. 

Der Terrier samt seinem Halter wohne innerhalb eines Mehrparteienmietshauses seit mindestens acht Jahren direkt in der Wohnung über ihm – und ebenso lange gebe es Ärger wegen des nervigen Hundes. „Ich habe eine Unterschriftenliste von anderen Hausbewohnern gesammelt“, berichtete der aufgebrachte Baggerfahrer von der offenbar angespannten Lage in der Gilchinger Wohnanlage. Es gebe im Haus noch etliche andere Hunde, so der 57-Jährige, aber nur der Terrier mache Terror. 

Der als Zeuge geladene Besitzer des Jack-Russell, ein 63-jähriger Kraftfahrer, widersprach den Darstellungen nächtlichen Dauergebells: „Mein Hund schläft nachts ganz ruhig bei mir im Zimmer.“ Die Bedrohungen durch den Angeklagten und die Faustschläge ins Gesicht und auf den Rücken habe es aber gegeben, so der angeblich Geschädigte. Der Baggerfahrer habe ihm bei mehreren Begegnungen im Haus damit gedroht, ihn und auch den Hund umzubringen, wenn das Gebell nicht aufhöre. 

Im Dezember 2015 habe der Andere dann bei ihm nachts an der Wohnungstür geläutet und ohne Vorrede „drei mal mit der Faust ins Gesicht gehauen“. Ein danach – mit gewisser zeitlicher Verzögerung – vom Hundehalter herbeigerufener Polizeibeamter berichtete von entsprechenden Spuren im Gesicht des Hundehalters. Als Verursacher habe der Kraftfahrer den Wohnungsnachbarn benannt: „Der schien ziemlich überrascht, als ich ihn bei der Gefährder-Ansprache damit konfrontiert habe“, so der Polizist. 

Schon vor diesem Zwischenfall sei die Polizei zweimal wegen nächtlichen Hundegebells in die Wohnanlage gerufen worden, habe vor Ort aber nichts dergleichen feststellen können. „Und dass wir uns da stundenlang hinstellen, das machen wir nicht“, machte der Beamte deutlich, dass die Polizei noch andere Aufgaben habe. Amtsrichterin Brigitte Braun will nun auch noch die auf der vorgelegten Unterschriftenliste aufgeführten Mitmieter als Zeugen hören, um sich ein Bild vom Verhalten des Jack-Russell zu ma-chen: „Dass so ein Tier eine ganze Nacht durchbellen kann, ist biologisch schon erstaunlich“, merkte Braun an und fragte den Halter des neunjährigen Hundes im Sinne des langfristigen Rechtsfriedens, wie alt so eine Rasse denn werde. Die Antwort war noch zurückhaltend: „Zwölf Jahre etwa.“ Der Prozess wird am 19. April fortgesetzt.

ty

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Der Küchenrocker und seine „Red Lady“
Gerhard Schmidt spielt Gitarre und singt aus Leidenschaft. Die Bewohner des Dominikus-Ringeisenwerks in Breitbrunn hängen förmlich an seinen Lippen. Einmal pro Woche …
Der Küchenrocker und seine „Red Lady“
Studenten stehen vor dem Nichts
Gilching - Viel schlimmer kann ein Jahr fast nicht beginnen: Vier in Gilching lebende Studenten haben am Montag durch den Brand ihr Dach über dem Kopf verloren, Papiere …
Studenten stehen vor dem Nichts
Letzte Chance für 24-jährigen Gelegenheitsdealer
Gilching -  Auszubildender aus Gilching wird beim Schwarzfahren erwischt  - und will künftig clean bleiben. 
Letzte Chance für 24-jährigen Gelegenheitsdealer
Das doppelte Inferno von Gilching
Gilching - Feueralarm in Gilching: Binnen zehn Stunden hat es gleich in zwei Wohnhäusern gebrannt – nur ein paar hundert Meter voneinander entfernt. Insgesamt sechs …
Das doppelte Inferno von Gilching

Kommentare