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Etwas wärmer wird sich Martin Grelics in Herrsching anziehen müssen. Zuletzt leistete er Entwicklungsarbeit beim Erstligisten Toto African SC in Tansania. 

Fußball

Grelics neuer Trainer des TSV Herrsching

Herrsching - Martin Grelics (29) ist neuer Trainer beim Fußball-Kreisklassisten TSV Herrsching. Sein Vertrag läuft vorerst nur bis Saisonende.

Der Kontrakt läuft nur bis zum Saisonende. Aber irgendwie hofft Willi Welte, dass es auch nach dem Mai eine Zukunft mit seinem neuen Trainer gibt. „Vielleicht kann ich ihn überreden, dass er länger bei uns bleibt, wenn er von der Truppe begeistert ist“, lautet der Plan des Herrschinger Fußball-Abteilungsleiters.

Der Neue ist kein Unbekannter und seit dem vergangenen Sommer in ganz Oberbayern in aller Munde. Nach einem dreimonatigen Abenteuer in Tansania hat Martin Grelics beim Tabellenneunten der Kreisklasse 1 angeheuert. „Er war einer der Ersten, die ich kontaktiert habe“, freut sich Welte über den gelungenen Coup mit seinem Wunschkandidaten. Wer kann schon von sich behaupten einen Coach zu haben, der beim Erstligisten Toto African SC in Tansania Entwicklungsarbeit geleistet hat?

Der Exote, der den Weg vom Victoriasee an den Ammersee nahm, ist kein Unbekannter beim TSV. Vor gut vier Jahren hatte sich der ehemalige Sportstudent den Herrschingern schon einmal angeschlossen, als sie noch unter Trainer Rudi Fuchs in der Kreisliga kickten. Allerdings fasste er damals wegen diverser Verletzungen kaum Fuß und absolvierte nur eine Handvoll Spiele für den TSV. Aber der Eindruck, den der heute 29-Jährige damals gewonnen hat, muss so gut gewesen sein, dass er sich überzeugen ließ, zumindest für ein paar Monate von seinen ehrgeizigen Plänen Abstand zu nehmen.

Grelics möchte eigentlich höherklassig trainieren, wenn es geht sogar im Profibereich. Für Welte ist die Verpflichtung des Übungsleiters mit der A-Lizenz eine Art Befreiungsschlag. Wochenlang hatte er sich bei der Trainersuche eine Absage nach der anderen eingehandelt. Mit der Verpflichtung des Sportlehrers führt er die Reihe kompetenter Fußball-Lehrer fort, die sich in den vergangenen Jahren beim TSV engagierten. Nach Rudi Fuchs wechselte das Zepter an Bernd Oehler, der jedoch im November seinen Hut nahm, weil die Mannschaft nicht mehr so mitzog, wie er sich das vorgestellt hatte (wir berichteten).

„Für mich ist wichtig, dass wir wieder Ruhe und Ordnung reinbringen“, hofft Welte auf ein Ende der Chaos-Spieltage in seinem Verein. Grelics ist, was Zumutungen betrifft, durch sein Engagement in Mwanza einiges gewohnt. Allerdings braucht er in Herrsching keine Angst zu haben, dass seine Kicker mit knurrendem Magen zum Training kommen oder das Salär für den Coach nicht gezahlt wird, wie das in Tansania der Fall gewesen ist.

Die Probleme sind anderer Natur. Mit Manuel Oehler (TSV Oberalting-Seefeld) und Ramadan Gökmen sowie Sabri Acar (beide TSV Gilching-Argelsried) haben drei Kicker den Verein während der Winterpause verlassen. An Personal fehlt es aber nicht. 23 Spieler erschienen am vergangenen Montag beim Trainingsauftakt. Für Welte bedeutet dieser Eifer den ersten Schritt in die richtige Richtung. „Für mich ist die Rückrunde die Vorbereitung auf die neue Saison.“ Dass im Frühjahr einiges besser läuft als im Herbst, sollte eigentlich das ureigenste Interesse der Mannschaft sein. Denn sonst zieht Grelics wieder weiter, irgendwohin, jenseits von Afrika oder Herrsching.

Christian Heinrich

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