Wie ein Damoklesschwert hängt ein Bild des Holzmodells des künftigen Grill-Areals über den Warnern vor zu massiver Bebauung. Dr. Ulla Ziegler, Prof. Jürgen Schade, Dr. Andreas Romero und Matthias Ilg informierten über die Pläne. Foto: Ingo Hugger

Resolution als letztes Mittel

Gauting - Die Kritiker der Bebauung des Grill-Areals geben nicht auf. 60 Bürger unterzeichneten eine Resolution an den Rat mit der Bitte, das Bauvolumen abzuspecken.

Die Bedenken der SPD, der Grünen und des Bürgerforums, das Grill-Areal könnte zu groß und zu massiv bebaut werden, teilen viele Gautinger. Rund 200 Interessierte kamen am Donnerstag zum Grill-Abend ins Bosco. 60 von ihnen unterschrieben eine Resolution an den Rat, die Prof. Mechthild Lobisch vom Bürgerforum verlas. Ziel ist ein abgespecktes Volumen in den Grenzen des Bebauungsplans vom April 2013. Vor der Ratssitzung am kommenden Dienstag (Beginn: 19.30 Uhr) will Bürgerforums-Vorsitzende Dr. Ulla Ziegler die Resolution an an Rathauschefin Dr. Brigitte Kössinger übergeben.

Dabei haben die Unterzeichner wenig Hoffnung. „Die Entscheidung ist längst gefallen“, bedauerte der frühere SPD-Gemeinderat Dr. Andreas Romero. Der neue Gemeinderat habe den Bebauungsplan befürwortet. Bei der letzten Wahl hätten die Gegner des Vorhabens, SPD und Grüne, verloren. „Die Bürgermehrheit wollte diesen Klotz am Hauptplatz.“

Deshalb könne man nur noch informieren, wie es auf dem Grill-Areal weitergeht, sagte Grünen-Fraktionschef Prof. Jürgen Schade. Schon früher hätten die Grundeigentümer versucht, ein Maximum an Baurecht herauszuholen. Doch erst mit der aktuellen CSU-Mehrheit setzten sich die Eigentümer durch. Am kommenden Dienstag stehe bereits der ausgehandelte städtebauliche Vertrag auf der Tagesordnung des Rats, der Bebauungsplan und der aktuelle Bauantrag.

Was den Gegnern sauer aufstößt: Weil die Planungsfirma, die Baderhof GmbH, im Vorderhaus am Hauptplatz einen Lebensmittelmarkt von 700 m² verlangt, erhöht sich die versiegelte Grundfläche von 880 auf 1202 m.² „An einer solch sensiblen Stelle am Knotenpunkt Hauptplatz sind das 37 Prozent mehr Versiegelung“, so Schade. Damit steigere sich das Baurecht im vorderen Komplex A und im Gartenhaus gegenüber dem abstimmungsreifen Vorgängerplan vom April 2013 um fast 20 Prozent auf 4021 m². „Der öffentliche Weg unten an der Würm wird eingezwängt durch eine fünf Meter hohe Wand“, monierte Schade.

Auch aus dem Publikum kamen kritische Stimmen. Nur Jacqueline Fösel hielt das Baurecht nicht für überzogen. Der inzwischen 70-jährige Wolfgang Grill „will auch mal einziehen“. cc

Auch interessant

Kommentare