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Vom Bootshaus sind nur noch Ruinen übrig. Das erschwert die Suche nach der Brandursache.

Münchner Yacht-Club

Bootshausbrand: Ermittlungen sehr schwierig

Starnberg - Die Ermittlungen nach dem Brand des Bootshauses auf dem Gelände des Münchner Yacht-Clubs gestalten sich sehr schwierig. Am  Montag waren Fahnder der Kripo Fürstenfeldbruck sowie ein Gutachter des Landeskriminalamtes am Tatort.

„Die Brandursache lässt sich dennoch nicht sicher klären“, sagte Clubpräsident Niko Stoll gestern. Wegen des hohen Zerstörungsgrades des 95 Jahre alten Bootshauses müsse man weitere Nachforschungen abwarten. Die Kripo bittet Zeugen, sich unter Telefon  (0 81 41) 61 20 zu melden. Von Bedeutung sind Beobachtungen vor und nach dem Brandausbruch, eventuell auch privat gefertigte Fotos oder Videoaufnahmen.

Bis in die Nachtstunden hatten am Freitag die Feuerwehren aus Starnberg, Berg, Pöcking, Feldafing, Söcking, Percha, Leutstetten und Maising gegen die Flammen im Bootshaus des Münchner Yacht-Clubs (MYC) angekämpft. Wie die Polizei mitteilt, sind beim Einsatz am Westufer des Starnberger Sees fünf Feuerwehrmänner leicht verletzt worden. Der Sachschaden musste nach oben korrigiert werden – er beträgt mindestens zwei Millionen Euro.

Es war gegen 17.12 Uhr, als ein Radfahrer, der die Possenhofener Straße entlang fuhr, eine aufsteigende Rauchsäule über dem Bootshaus des Münchner Yacht-Clubs bemerkte. Sofort alarmierte er über den Notruf die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums. Als die Polizei am Brandort eintraf, versuchte ein Angehöriger des Yachtclubs bereits nahe dem Brandherd liegende Boote mit einem Traktor in Sicherheit zu bringen. „Unser Jugendwart Max Adami hat schnell reagiert und geistesgegenwärtig noch unsere zwei Trainingsboote in Sicherheit gebracht“, berichtete MYC-Präsident Niko Stoll.

Trotz des großen Aufgebots an Löschmannschaften und deren Einsatz sowohl vom Land als auch vom Wasser aus brannte das mehrstöckige Bootshaus komplett nieder. Ein Übergriff der Flammen auf Nachbargebäude, insbesondere das Clubhaus, konnten die etwa 120 Einsatzkräfte verhindern.

Bootshaus in Starnberg brennt lichterloh

Wie der Yacht-Club auf seiner Internetseite mitteilt, befanden sich neben hunderten von Spinden auch zwei Schlafsäle im 95 Jahre alten Bootshaus. Zudem waren dort eines der beiden Segellager, Beiboote sowie Masten untergebracht. Im Regattaraum lagerte Zubehör. „Wir werden erst mal eine Bestandsaufnahme machen und morgen steht schon das Treffen mit der Versicherung an“, sagte der MYC-Präsident am Sonntag.

Der Meldung einer Spaziergängerin zu Folge habe es vor dem Brand einen lauten Knall gegeben. Dies könnte auf eine Explosion hinweisen. Muss es aber nicht. Eine explosionsartige Ausbreitung eines Brandes passiert, wenn ein kleines Feuer plötzlich Luft bekommt. „Ich könnte mir nicht vorstellen, was explodieren hätte können. Die Elektrik wurde erst vor ein paar Jahren erneuert und Benzin haben wir schon lange aus dem Haus entfernt“, sagte der MYC-Präsident. Laut Günther Beck, dem Pressesprecher vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord, ist die Brandursache weiterhin unklar: „Das Haus ist massiv einsturzgefährdet. Die Brandfahnder der Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck waren am Samstag das erste Mal vor Ort. Die Brandortbegehung wird am Montag fortgesetzt.“

Florian Lindner, Mitglied der Berger Feuerwehr, hatte vom Ostufer aus den Brand gesehen und gefilmt. Kurz bevor das Bootshaus in hellen Flammen aufging, war seiner Wahrnehmung nach seitlich vom Haus etwas Brennendes in die Luft geflogen und dem Anschein nach in das Haus gestürzt. Dann ertönte auch schon der Piepser, der auch die Berger Feuerwehrler zum Einsatz rief.

Trotz des Verlustes des unter Denkmalschutz gestandenen Holzgebäudes, schaut der Club-Präsident in die Zukunft: „Das Bootshaus war das Herzstück auf dem Gelände, und den Leuten blutet wirklich das Herz. Wir müssen jetzt nach vorne schauen und wollen versuchen, das Gebäude wieder aufzubauen.“

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