Prof. Jürgen Schadewill sich verstärkt der Flüchtlingsarbeit widmen.  Foto: aj

Jürgen Schade verlässt Gautings Gemeinderat

Gauting - Im Gautinger Gemeinderat steht ein Wechsel an. Der Sprecher der Grünen-Fraktion, Prof. Jürgen Schade, scheidet zum 1. Mai aus. Ein Grund: die langen Sitzungen.

In einem Brief an Bürgermeisterin Dr. Brigitte Kössinger teilt Jürgen Schade mit, dass er zum 1. Mai zurücktritt. Nachrückerin ist die junge Gautingerin Mona Paradiek. Ob sie tatsächlich in den Gemeinderat einziehen will, war gestern noch unklar - Paradiek war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Schade war bei der Kommunalwahl 2014 von Platz 20 auf Platz 4 vorgewählt worden. Das sei für ihn Verpflichtung gewesen, dieses Amt zumindest eine Zeitlang auszufüllen. „Das wäre sonst ein Vertrauensmissbrauch gewesen“, sagt er.

Schade ist ein streitbarer Zeitgenosse. Er hat gerne nachgehakt und sich auch mal festgebissen. Zuletzt, als es um das Sommerbad ging. Vehement setzte er sich dafür ein, dass die Gemeinde trotz knapper Kasse zumindest eine gewisse Summe für Renovierungsarbeiten investiert. Den Erhalt des Freibads sieht er als Erfolg an, ebenso, dass Gauting die Soziale Bodennutzung (SoBoN) eingeführt hat. Auch für das Schlosscafé im Salettl hat er sich stark gemacht. Er gibt zu, dass die Arbeit in den Gremien ihm zu viel wird: „Ich bin 73 Jahre alt. Was mir wirklich weh tut, sind die Abendsitzungen, die zum Teil fünf Stunden dauern.“

Schade bleibt den Gautinger Grünen als Vorstandsmitglied erhalten. Er will sich mehr der Arbeit mit den Flüchtlingen widmen. „Ich will ihnen vor allem bei der Bürokratie helfen“, sagt er. Auch sein Steckenpferd, die politische Meinungsbildung, verfolgt er weiter. Für 9. März organisiert er eine Veranstaltung über den Islam im Gautinger Bosco.

Grünen-Chefin Anne Franke muss nicht nur um einen neuen Fraktionschef finden. Sie verliert auch einen starken Mitstreiter. „Er war sehr engagiert und hat einen tollen Beitrag geleistet.“

edl

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