Leerstelle: Das frei geräumte Grundstück der alten TSV-Halle – für manch einen eine Alternative zum Guggerhof. F: Jaksch

Vor übereilter Entscheidung wird gewarnt

Tutzing - Diese Frage erhitzt die Tutzinger: Soll die Gemeinde den Guggerhof kaufen oder nicht?

Während sich die CSU im Gemeinderat für den Erwerb durch die Gemeinde ausgesprochen hat und mit einer Unterschriftenaktion für eine solche Lösung geworben wird (wir berichteten), mehren sich mittlerweile zurückhaltende Stimmen. Die Freien Wähler stehen zwar einem Ankauf des Guggerhofs positiv gegenüber, mahnen aber eine gründliche Prüfung an, bevor der Gemeinderat eine Entscheidung trifft. Tragbare Konzepte der Nutzung und Finanzierung müssten zwingend vor einer Kaufentscheidung vorliegen. Gesamtkosten für den Kauf und den Umbau des Guggerhofs von vier bis fünf Millionen Euro seien realistisch. Dass die Gemeinde diese Last angesichts der Kosten in naher Zukunft zu erledigender Pflichtausgaben stemmen könne, erscheine wenig wahrscheinlich.

Auch die neue Tutzinger Liste befürwortet den Kauf des Guggerhofs, fordert den Gemeinderat aber auf, „keine übereilten Entscheidungen zu treffen“. Zunächst müsse ein schlüssiges Finanzierungs- und Nutzungskonzept vorliegen und klar sein, dass die Gemeinde nicht mit Investition und Folgekosten belastet werde.

Kritisch verfolgt auch der Verschönerungsverein Tutzing die Kaufabsichten. Zwar wäre ein solcher Erwerb zweifellos eine einmalige Gelegenheit für die Gemeinde, sagte der stellvertretende Vorsitzende Hans-Peter Bernsdorf gegenüber unserer Zeitung, doch: „Wir bezweifeln, dass es bezahlbar ist und die Gemeinde es sich leisten kann.“ Als bessere Lösung bezeichnet es Bernsdorf, ein „Bürgerhaus“ auf dem Grundstück der kürzlich abgebrochenen alten TSV-Turnhalle zu errichten - mit Saal, Mensa für die benachbarte Schule und Nebenräumen, Wohnungen und dringend benötigten Tiefgaragenplätze. Sie kämen den Geschäften an der Hauptstraße und ihrer Umgebung zugute und würden zur Belebung der Ortsmitte beitragen.

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