Kanal- und Straßenbau: Hanfelder toben

Hanfeld - Eine Bürgerversammlung mit Sprengkraft: Insgesamt 1,37 Millionen Euro würde es kosten, wenn die Straßen in Hanfeld nach dem Kanalbau so hergestellt würden wie geplant. Die anwesenden Hanfelder reagierten erbost – sie müssten mitbezahlen.

Die Hanfelder sind aufgebracht. Nachdem jahrelang über eine Kanalisation gestritten wurde, zeigt sich nun, dass der nachfolgende Straßenbau im Starnberger Ortsteil die Anwohner der meisten Straßen mehrere Tausend Euro Beiträge kosten würde, in einigen Fällen sogar fünfstellige Beträge. Entsprechend war die Stimmung bei einer Bürgerversammlung.

Ingenieur Andreas Ott und Starnbergs Stadtbaumeister Stephan Weinl waren sich einig, dass von den Straßen nach dem Bau von Schmutz- und Regenwasserkanal „nichts mehr übrig ist“. Vorgeschlagen wurden die neuen Straßen nur noch mit Mindestbreiten zwischen 3,50 und 5,50 Meter, breiteren Gehwegen, Grünstreifen und Baumpflanzungen sowie einer Hervorhebung von Plätzen, Einmündungen und Ortseingängen durch Pflasterungen mit dorftypischen Granitsteinen.

Der Sprecher des Arbeitskreises der Bürger, Dr. Karl Keller, sagte auf Anfrage, das Rathaus habe die Betroffenen „ohne Vorwarnung kalt erwischt“. Man werde sich nun zusammensetzen und überlegen, was die Hanfelder tun können. Schließlich gebe es einstimmige Beschlüsse von Arbeitskreis und Stadtrat, keine Dorfverschönerung durchzuführen.

„Ich weiß gar nicht, wie wir das alles bezahlen sollen?“ regte sich Eva Liebl auf. Ihrer Ansicht nach sollten diejenigen, die für das Aufreißen der Straßen verantwortlich sind, deren Wiederherstellung bezahlen. Am heftigsten fiel der Widerstand gegen die Baumpflanzungen aus. So erntete Hans Bösl Beifall für seinen Einwurf: „Die meisten Bäume sind entbehrlich.“ Viel wichtiger seien Parkplätze, die kaum noch vorhanden seien, wenn das Kirchengrundstück in der Ortsmitte bebaut sei. Außerdem gingen Pflasterungen ordentlich ins Geld. Bösl verlangte Nachweise, dass die betroffenen Straßen wirklich nicht erstmalig hergestellt worden seien.

Bürger berufen sich auf alte Zeiten

Laut Ott geht es um die Kriterien frostsichere Herstellung, vorhandene Straßenbeleuchtung, befestigte Oberfläche sowie die Frage, ob in der Vergangenheit Herstellungsbeiträge abgerechnet worden sind. Nach Ansicht von Bernhard Blasig galten in Zeiten, als Hanfeld noch selbstständige Gemeinde war, andere Kriterien. Die Straßen stammten aus damaliger Zeit, war sein Argument. Marianne Floritz erinnerte an Vereinbarungen bei der freiwilligen Eingemeindung 1972: „Die Hanfelder durften sich etwas wünschen und die Stadt bekam ein Grundstück mit schlagbarem Holz.“ Da sei es um Beleuchtung und Gehwege gegangen.

Bürgermeisterin Eva John versuchte zu beruhigen: „Wir gehen in den Stadtrat und transportieren, was Sie hier gesagt haben. Zeitlich bleibt genug Raum, dass Sie sich über die Straßengestaltung einig werden.“ Es müsse eben überlegt werden, ob die Hanfelder in Zukunft mit geflickten Straßen oder doch mit einer dauerhaften Lösung leben wollten. Sie versprach die Ergebnisse der Straßenuntersuchungen bezüglich der erstmaligen Herstellung zur Verfügung zu stellen, sobald sie vorliegen.

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