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Moderne Zeppeline sind leise und fliegen, weil sie leichter sind als Luft.

Projekt Hangarworld

Zeppelin: Jetzt reden die Gemeinden

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Gilching/Gauting - Ein Luftschiff könnte bald ein gewohnter Anblick am Himmel über dem Fünfseenland und der Landeshauptstadt sein. Die Hangarworld AG stellt am Dienstag, 18. Oktober,  im Gilchinger Gemeinderat und demnächst in Gauting ihr Zeppelin-Projekt vor.

Gilching/Gauting – In der spanischen Hauptstadt Madrid wurde sie geboren. An München hat sie ihr Herz verloren. Seit 30 Jahren lebt und arbeitet Arantxa Dörrié in der Bayern-Metropole. Und seit sieben Jahren geht sie mit ihrem Zeppelin-Projekt Hangarworld schwanger. Wenn sie einen geeigneten Standort gefunden hat, will sie ihr „Kind“ auf die Welt bringen – am liebsten im Umfeld der Landeshauptstadt.

Zwei Jahre hat die 49-Jährige ihre Idee entwickelt – als Mitarbeiterin von Zeppelin in der Konzern-Zentrale in Garching. Als das Projekt produktreif war, biss sie mit der Umsetzung bei ihrem Arbeitgeber auf Granit. „Wir sind keine Event-Manager“, hieß es aus der Unternehmens-Spitze. Von dem Beiprogramm von Hangarworld, das dem Projekt das betriebswirtschaftliche Fundament sichern soll (Erlebniswelt, Hotel, Gastronomie etc.) wollte die Konzernspitze nichts wissen. Arantxa Dörrié hängte den Job an den Nagel, kehrte dem Unternehmen den Rücken samt ihrem „Kind“. Und machte sich selbstständig.

Sie verhandelte und fand innerhalb von drei Monaten einen Standort – in Garching. Die damalige Bürgermeisterin stärkte ihr den Rücken. Allerdings benötigte Dörrié vier Jahre, um einen Investor für ihre Idee zu begeistern. Mit ihrem Engagement in der Kommunikationsbranche hielt sich die gebürtige Spanierin über Wasser. Schließlch fand sie einen Partner. Der Motorworld-Betreiber Andreas Dünkel ist bereit, die 50-Millionen-Investition für das Zeppelin-Projekt zu stemmen. Er ist mittlerweile Aufsichtsratschef der Hangarworld AG.

In den vier Jahren der Mittelfindung hatten sich die politischen Rahmenbedingungen in Garching verändert. Dörriés Bauantrag für das in Aussicht gestellte Grundstück wurde zwar nicht abgelehnt – „aber seitdem geht auch nichts weiter“, bedauerte die Unternehmerin.

Mittlerweile war es Sommer 2015. Aus Verdruss meinte Dörrié, ihrem geliebten München eine Abfuhr erteilen zu müssen. Sie verkündete, sich andernorts umzusehen. Berlin, Hamburg und das Ruhrgebiet erschienen ihr attraktive Alternativen. Tatsächlich ist sie mittlerweile im Kölner Umfeld bereits in konkreten Verhandlungen. Auch Berlin steht noch im Fokus. Von Hamburg hat sie sich eigentlich schon verabschiedet. „Die Nähe zum Wasser birgt einige Probleme“, erklärt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ganz losgelöst von München und seinem Speckgürtel hat sich die Unternehmerin noch nicht. Ende September hat sie, wie berichtet, ihr Projekt bei einem internen Treffen Kommunalpolitikern aus Gilching und Gauting vorgestellt. Zumindest die Bürgermeister äußerten sich danach begeistert von dem Projekt. Bei Gilchings Bürgermeister Manfred Walter hat sich diese Einschätzung verfestigt. „Das ist eine tolle Sache“, sagte er gestern unserer Zeitung. Nur sieht er in seiner Gemeinde keine Chance zur Umsetzung des Projekts, auch nicht auf dem Areal beim Gewerbegebiet Gilching-Süd, mit dem schon Aldi gescheitert war. „Frau Dörrié muss sich in Gauting und Weßling umschauen“, meint Walter. Seine Gautinger Amtskollegin Dr. Brigitte Kössinger hat sich schon mal geäußert, dass sie sich Hangarworld im geplanten Gewerbegebiet vorstellen kann, auf der sogenannten Gautinger Insel.

Das würde Dörriés Vorstellungen entsprechen. Sie hat schon ein Auge auf die „Insel“ geworfen: „Da wäre Platz für unser Projekt und weitere Gewerbeansiedlungen.“ Sympathisch ist ihr auch die Nähe zur Autobahn A 96. Nicht nur wegen der Verkehrsanbindung, sondern auch wegen der Sichtbarkeit von der Schnellstraße aus. Von der Wirtschaftlichkeit ihres Projekts ist sie überzeugt.

Kaum waren diese Überlegungen bekannt geworden, meldeten sich die Kritiker zu Wort. Allen voran der Verein Fluglärm, der schon gegen die erweiterte Nutzung des Sonderflughafens Oberpfaffenhofen Front gemacht hatte. Aus deren Reihen wurden Lärmbelästigung und andere Negativkriterien gegen Hangarworld ins Feld geführt. Diese Argumente kontert Dörrié: „Lärm ist kein Thema. Die modernen Zeppeline sind leise. Ihre Motoren erzeugen allenfalls bei Start und Landung Geräusche. Das bewegt sich um 70 Dezibel und entspricht einem Staubsauger, der neben Ihnen in Betrieb ist.“

Zunächst stellt Dörrié ihr Projekt im Gilchinger Gemeinderat vor. Am 8. November ist sie im Gautinger Ratsplenum zu Gast. Und wie und wann wird sich Dörrié für einen Standort entscheiden? „Der Faktor Zeit ist für mich der Kernpunkt bei meiner Entscheidung. Und dieser Faktor hängt eng mit der Offenheit einer Kommune für mein Projekt zusammen."

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