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Heiliger Berg: Marken-Krieg eskaliert

Andechs – Auf dem Heiligen Berg in Andechs dürfte so schnell kein Frieden einkehren. Nach jahrelangen Markenstreitigkeiten zwischen dem Kloster Andechs und der Andechser Molkerei Scheitz hatte sich im Dezember vor dem Oberlandesgericht ein Vergleich angedeutet.

Doch spätestens seit einem Prozess am Dienstag vor dem Landgericht München I sind die Parteien nun wieder heillos zerstritten.

Vor dem Landgericht ging es um eine Klage der Klostergaststätten gegen Scheitz: Sie fordern, dass das „R“ im Kreis („als Marke registriert“) auf Scheitzer Molkereiprodukten nicht zwischen den Worten „Andechser“ und „Natur“ stehen darf, sondern nur hinter der ganzen Marke. Außerdem dürfe Scheitz nicht mit dem Fähnchen „seit 1908“ werben. Doch hinter diesen Details verbirgt sich ein riesiger Markenstreit. Jeder wirft dem anderen vor, die Marke „Andechs“ für sich allein in Anspruch nehmen zu wollen. „Scheitz will Andechs monopolisieren“, sagt Kloster-Anwalt Gert Würtenberger, „die Marke muss freigehalten werden.“ Scheitz-Anwalt Siegfried Jackermeier sieht das anders herum: „Das Kloster sagt: Andechs, c’est moi. Wie Ludwig der XIV. Jetzt weiß ich, woher der Ausdruck kommt: zu Kreuze kriechen.“

Während der Scheitz-Anwalt einen angeblich üblen Brief des Abts ins Spiel brachte, berichtete der Kloster-Anwalt von Drohungen mit weiteren Verfahren. „Das Ende der Fahnenstange ist erreicht“, sagte er. Das Kloster lehnte einen Vergleich ab. Es wolle endlich wissen, wer in welchem Umfang „Andechser“ verwenden darf.

Nina Gut

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