Herrsching: Ein ganz anderes Gymnasium 

Herrsching - Das Konzept fürs Gymnasium Herrsching nimmt Formen an. Bei einem Workshop diese Woche stellten Landkreis, Gemeinde und Förderverein die Weichen für ein pädagogisches Konzept und einen Architektenwettbewerb. In der Frage der Trägerschaft könnte es eine Wende geben.

für ein zweites Gymnasium in Herrsching, in den vergangenen Jahren selten sein – der Kampf für die Schule in Herrsching war hart. Diese Woche liefen die konkreten Planungen an, und sie entschädigen den Vereinschef für manchen Rückschlag: „Es ist genau das, was wir wollten“, sagt der Elternvertreter. Im Juli wird sich der Kreistag mit den Ergebnissen der Überlegungen befassen.

Landrat Karl Roth hat die Arbeitsgruppe zusammengestellt, der alle Kreistagsfraktionen, der Förderverein, die Gemeinde, Vertreter des Kultusministeriums und der Zweckverband weiterführende Schulen im westlichen Landkreis angehören. Letzteren hätte man dort nach bisherigem Stand eher nicht vermutet, jedoch: Vielleicht übernimmt der Verband, der auch das Gilchinger Gymnasium betreibt, auch das Herrschinger. Roth bestätigt diese Möglichkeit, man müsse eine solche Lösung durchaus überlegen. Dann würde der Kreis zwar zahlen, aber nicht Träger sein – und damit die schwelende Debatte um die Übernahme der Gymnasien in Starnberg, Gauting und Tutzing beenden. Kreisräte hatten eine Beteiligung des Zweckverbandes gefordert.

Für Jens Waltermann spielt das keine große Rolle. Seinem Verein geht es um die Schule und ein zukunftsorientiertes Konzept mit Ganztagsangebot und Integration. Beim Landrat rennt er damit offene Türen ein. Dr. Otto Seydel, Jurymitglied beim Deutschen Schulpreis und ein ausgewiesener Experte in Sachen Schulbau, wurde als Berater verpflichtet.

Im Workshop, sagt der Landrat, ging es um erste Eckpunkte etwa für die Klassenraumgestaltung oder die Jahrgangsstufenaufteilung. Cluster – zusammengesetzte Klassenzimmer mehrerer Jahrgangsstufen – seien denkbar, ebenso Lernlandschaften. Das hat mit dem klassischen Unterrichtsprinzip nicht viel gemein, und das ist auch nicht gewollt. Seydel wird die Gedanken nun in ein Konzept fassen, erklärt Roth. Das wird beim zweiten Workshop Mitte Mai diskutiert. Hintergrund ist, dass der Landkreis einen Architektenwettbewerb für das Gymnasium ausrichten – für die Vorgaben sind Festlegungen zur Nutzungsart wichtig. In der Kreistagssitzung im Juli will Roth die Ergebnisse präsentieren.

Bleibt die Frage der Fachrichtung – doch damit beschäftigen sich Kreis und Verein nicht intensiv. Entscheiden wird das Ministerium. „Das ist kein Wünsch-Dir-Was“, sagt Waltermann. Er geht von zwei Fachrichtungen aus, die Unterschiede seien nicht sehr groß. Das Ministerium wird die Richtung mit Blick auf Gymnasien der Umgebung festlegen.

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