Zum wertvollsten Spieler ausgezeichnet: Peter Ondrovic (r.) erzielte insgesamt 23 Punkte. foto: stefan schuhbauer-von jena

Volleyball

Herrsching jubelt im Süd-Krimi

Herrsching - Die Volleyballer des TSV Herrsching bleiben in der Bundesliga ungeschlagen. In Rottenburg gewannen sie einen wahren Krimi mit 3:2.

Das war nichts für schwache Nerven. Der TSV Herrsching bleibt in der noch jungen Bundesliga-Saison unbesiegt. Beim TV Rottenburg gewann die Mannschaft von Trainer Max Hauser mit 3:2 (18:25, 25:23, 22:25, 28:26, 15:12). „Zum Zuschauen war das sicher ein schönes Spiel, zum Coachen eher entnervend“, gab Hauser nach dem 138-minütigen Volleyballkrimi zu Protokoll. Sein Rottenburger Kollege Hans-Peter Müller-Angstenberger ärgerte sich, dass „wir nochmal von der Siegerstraße abgebogen sind.“ Im vierten Satz vergab Rottenburg einen Matchball.

Dass die Herrschinger am Ende doch noch siegreich vom Parkett gingen, lag vor allem an Tom Strohbach und Peter Ondrovic. Der Slowake, der insgesamt 23 Punkte erzielte und zum wertvollsten Spieler ausgezeichnet wurde, ebnete mit einem krachenden Schmetterball zum 14:12 den Weg zum Sieg. Strohbach, mit 26 Punkten erfolgreichster Punktesammler des Tages, machte mit einem blitzsauberen Ass nach knapp drei Stunden Bruttospielzeit den zweiten Saisonsieg perfekt. „Die zwei Punkte nehmen wir mit“, freute sich der 24-Jährige, der an seine ehemaligen Wirkungsstätte zurückgekehrt war. Im Spiel war der gebürtige Mecklenburger ein gefragter Mann. Mehr als die Hälfte der 112 Aufschläge gingen auf Strohbach. Dennoch stand für ihn eine solide Annahmequote von 57 Prozent zu Buche.

Von Beginn an entwickelte sich ein intensives Südderby, bei „dem wir gefühlt immer in Rückstand lagen“, meinte Hauser. Nicht ganz: Die Schwaben hatten den ersten Satz im Griff, auch weil Herrsching sich immer wieder haarsträubende Fehler leistete. Ende des ersten Satzes tauschte Hauser Aleksandar Milovancevic, der die letzten Tage ohnehin Rückenbeschwerden hatte, gegen Benedikt Doranth aus. Da war der Durchgang jedoch bereits entschieden.

Mit der Hereinnahme Doranths stabilisierte sich aber zumindest die Annahme. Hauser: „Der Bene liegt den Rottenburgern einfach nicht.“ Im zweiten Satz wogte das Spiel immer hin und her. Die kurzzeitige Vier-Punkte-Führung für Herrsching (14:10) glich Rottenburg zügig aus. Von da an ging es immer hin und her. Nur beim Stand von 24:23 durchbrach Doranth das Punkte-Muster. Mit einem Ass markierte das Herrschinger Urgestein den Satzausgleich.

Satz drei war gewissermaßen eine Kopie des vorangegangenen Satzes. Die 2000 Zuschauer in der Tübinger Paul-Horn-Arena bekamen immer wieder spektakuläre Ballwechsel zu sehen, bei denen die ganze Breite des Feldes und vor allem die Höhe der Halle ausgenutzt wurde. Am Ende stand ein 25:22 für Rottenburg im Spielberichtsbogen.

In Durchgang vier legten die Hauser-Schützlinge los wie die Feuerwehr. Ondrovic, zwei Asse von Friedrich und ein Strohbach-Kracher sorgten für eine schnelle 4:0-Führung. Doch Rottenburg drehte bis zur ersten technischen Auszeit den Rückstand in eine 8:7-Führung. Von da an wieder das gewohnte Bild. Rottenburg und Herrsching kämpften verbissen um jeden Punkt. Nachdem Herrsching beim Stand von 23:24 den ersten Matchball der Domstädter abwehren konnte, verwandelte Friedrich schließlich den dritten Herrschinger Satzball zum 28:26. Dabei machte er deutlich, warum er den Beinamen „The Hammer“ trägt.

Der Tie-Break musste die Entscheidung bringen. Und hier erwiesen sich die Gäste, die erst am Spieltag angereist waren, nach einem kräftezehrenden Match als das wachere Team. Vor allem Strohbach sorgte in dieser Phase mit seinen kanonenartigen Aufschlägen für die Entscheidung. „In der Crunchtime war er einfach bärenstark“, stellte Hauser zufrieden fest. Dass auch er in den vorangegangenen knapp drei Stunden so manches Haar gelassen hat, nahm er mit einem müden Lächeln zur Kenntnis. Dirk Schiffner

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