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Erfolgreichster Angreifer: Mit 20 Punkten war Griffin Shields (l.) der effektivste Herrschinger.

WWK Volleys Herrsching

134-minütiger Volleyball-Krimi

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Im Kampf um Platz sieben haben die Bundesliga-Volleyballer der WWK Volleys Herrsching wichtige Punkte liegen lassen. Gegen die Bisons Bühl verloren die Ammerseer am Samstag zu Hause knapp mit 2:3 (26:28, 26:24, 30:28, 17:25, 17:19).

HerrschingTrotz der Heimpleite gab sich TSV-Coach Max Hauser gelassen. „Unser Ziel ist es, am Ende der Saison vor Bühl zu stehen. Von daher war der Punkt sehr wichtig.“ Da Bühl für den Sieg allerdings zwei Punkte bekam, verkürzten die Badener den Rückstand auf Herrsching auf vier Punkte. Dennoch: „Wir haben alles in unserer Hand“, meinte Hauser.

Das Hinspiel, das ebenfalls 3:2 für Bühl endete, dauerte 122 Minuten. Gestern legten beide Teams noch eine Schippe drauf. Insgesamt 134 Minuten kämpften Bayern und Badener verbissen um jeden Ball. In vier der fünf Sätze waren mehr als die veranschlagten 25 Punkte (bzw. 15 Punkte im Tie-Break) notwendig. Lediglich im vierten Satz schlug das Pendel deutlich in Richtung der Gäste.

Gerade mal 600 Zuschauer fanden sich in der GCDW-Arena ein, aber die wurden mit einem hochspannenden Volleyball-Krimi entschädigt. Hauser: „Es war ein geiles, aber sicherlich kein hochklassiges Spiel.“ Nicht erfreut war Hauser aber die vielen Fehler seiner Mannschaft. 25 Aufschlagfehler und 22 Angriffsfehler standen am Ende zu Buche. „Wir haben nicht gut aufgeschlagen“, resümierte Hauser. Zwar hatte Bühl die exakt gleichen Werte in der Statistik stehen, doch die Mannschaft von Gäste-Coach Rubin Wolochin hatte letztlich die etwas bessere Angriffspower (55 % zu 49 %) zu bieten, allen voran Anton Qarafena (24 Punkte).

Im ersten Satz rannten die Hausherren lange Zeit dem Spiel hinterher. Erst in der Schlussphase waren sie da. Nachdem Herrsching zwei Satzbälle liegen gelassen hatte, ließen sich die Bühler nicht lange bitten und verwandelten ihren zweiten Satzball zum 28:26, als Artem Sushko am Block scheiterte. Doch Herrsching schlug im zweiten Durchgang zurück. Wieder ging es lange Zeit hin und her. Außenangreifer Bryan Fraser zeichnete für die letzten beiden Punkte zum 26:24 verantwortlich. Ausgerechnet Fraser, der zuvor kaum merklich im Spiel war. Mit 24 Prozent war seine Angriffsquote mit Abstand die schwächste im Herrschinger Team. Dafür war er in der Annahme (66 %) eine sichere Bank. Und das war für Hauser das wichtigere Argument.

Auch nach der zehnminütigen Unterbrechung setzte sich der Samstagabend-Krimi fort. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Den Satzgewinn in der entscheidenden Phase des dritten Umlaufs machte Hauser dann an den eingewechselten Leon Dervisaj (Zuspiel) und Nick West (Diagonal) fest. Zunächst wehrte Herrsching zwei Bühler Satzbälle ab, in der Folge vergab der GCDW seinerseits vier Satzbälle. Den fünften verwandelte dann Zuspieler Johannes Tille, mit einer Körpergröße von 1,84 Metern der kleinste Spieler im Herrschinger Kader, gegen den hochgewachsenen Bühler Drei-Mann-Block (30:28). Dieser Kraftakt schien einige Körner gelassen zu haben. Der vierte Satz wurde regelrecht hergeschenkt (17:25).

Wie im Hinspiel musste die Entscheidung im Tie-Break fallen. Und da erwischten die Gäste den besseren Start. Mit 0:4 lag Herrsching schnell zurück, Hauser zog früh die erste Auszeit – und schien die passenden Worte gefunden zu haben. Die Hausherren glichen zum 4:4 aus und zogen in der Folge auf 8:5 davon. Als Artem Sushko zum 13:12 verwandelte, schien der Sieg zum Greifen nahe. Doch vier Eigenfehler in Folge ließen die Gäste jubeln.

„Das war letztlich der Genickbruch“, meinte Johannes Tille. Der Herrschinger Zuspieler durfte sich mit der MVP-Medaille trösten. Gerne hätte der 21-Jährige diese gegen den Sieg eingetauscht. Dennoch gab sich Tille zuversichtlich, dass „wir am Ende der Saison vor Bühl stehen werden“.

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