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15 Bäume müssen weichen

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Von: Andrea Gräpel

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Auch sieben Bäume an der Grenze zum Polizeigrundstück müssen gefällt werden.
Auch sieben Bäume an der Grenze zum Polizeigrundstück müssen gefällt werden. © Andrea Jaksch

Um Beschwerden vorzubeugen, hatte Herrschings Bauamtschef Guido Finster schon im Oktober vergangenen Jahres vorgewarnt, dass für den Bau eines Geh- und Radlweges zum geplanten Kinderhaus am Fendlbach Rodungen anstünden. Bis dato stehen die Bäume, dafür waren die Beschwerden auf dem Fuße gefolgt. In der Bauausschusssitzung am Montag kündigte Finster einen neuen Versuch an.

Herrsching - Nach umfangreichen Untersuchungen soll nun in den nächsten Tagen begonnen werden, insgesamt 15 Bäume zu fällen. Die Zeit drängt, denn bis einschließlich Februar muss die Maßnahme gemäß Bundesnaturschutzgesetz abgeschlossen sein.

Der Bau des Radweges ist im Bebauungsplan für das neue Kinderhaus bereits festgesetzt. Auch dieses Kartenwerk wurde nach einer kleinen Änderung abschließend am Montag behandelt. Wie berichtet, hatte ein Wegerecht dazu geführt, dass der Geh- und Radweg vom Oberen Stocketweg nicht am Wald entlang verlaufen kann, sondern entlang der Grundstücksgrenze zur Polizeiinspektion über die Rieder Straße führen muss. Allein das Teilstück hinter dem Polizeigebäude ist viel bewachsen, weshalb am Ende nicht einfach abgeholzt, sondern nach lauter Kritik erst einmal ein Gutachten in Auftrag gegeben worden war.

Der aktuell unbefestigte Weg gehört der Gemeinde Herrsching auf einer Breite von rund vier Metern – ideal für einen Durchstich und abseits der viel befahrenen Rieder Straße. Geplant wird mit einer ausgebauten Wegbreite von 2,50 Meter – plus beidseitigen Versickerungsmöglichkeiten sind es 3,50 Meter. Nach Ansicht der Gutachter ist zur Realisierung des Wegebaus in diesem Bereich die Fällung von insgesamt acht Bäumen unumgänglich, darunter eine Linde, eine „stark vorgeschädigte“ Hainbuche und ein Feld-Ahorn. Die baumschonendste Bauvariante wäre eine sogenannte Wurzelbrücke. „Die wäre allerdings mit sehr hohen Baukosten verbunden. Das würde den finanziellen Rahmen sprengen“, meinte Finster, der den Gemeinderäten das Gutachten vorstellte. Die Empfehlung des Sachverständigen sei daher die Überbauung des Bestandsbodens. Dabei werden Belag und Tragschicht auf die bestehende Bodenoberfläche mit einem druckverteilenden Vlies aufgetragen. Auf diese Weise müsste lediglich die Grasnarbe abgetragen werden.

Sieben weitere Bäume müssen weichen, die auf der Grenze zwischen Polizei und Gemeindegrundstück stehen, dort, wo der Radweg aufgrund der alten Nutzungsrechte nun doch südlich Richtung Rieder Straße und an der viel befahrenen Staatsstraße entlang führen muss. Die Zustimmung der Nachbarn für die Maßnahmen liege bereits vor, teilte Finster mit. „Nur die Zusage von der Polizei fehlt noch.“ Dies sei wohl der zuletzt vielen Feiertage geschuldet, vermutete er. Ausgestattet werde der Weg im Übrigen mit Laternen, die eine Teil-Dimmung ermöglichen. Bewegungsmelder, wie sie Gerd Mulert (Grüne) einst vorgeschlagen hatte, seien zu teuer. Der Ausschuss stimmte den Maßnahmen zum Bau des Geh- und Radweges zu, genauso wie dem Satzungsbeschluss des Bebauungsplans und dem sogleich folgenden Bauantrag für das siebengruppige Kinderhaus. Es kann also losgehen.

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