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Von null auf hundert: Die Mittelschüler hatten bislang weder Instrumenten- noch Notenkenntnisse. 

Christian-Morgenstern-Volksschule

50 Mittelschüler auf „Weltreise“

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Das Intergrationsteam Herrsching hat gemeinsam mit der Christian-Morgenstern-Volksschule ein einmaliges Integrationsprojekt ins Leben gerufen: ein Musiktheater. 

Herrsching Bereits im vergangenen Jahr hatte das Integrationsteam Herrsching die Idee, ein integratives Projekt mit den Mittelschülern der Christian-Morgenstern-Volksschule zu starten. Am Anfang stand die Idee, die Mädchen und Buben mit und ohne Migrationshintergrund auf ihrem Weg ins Erwachsenenwerden zu unterstützen, ihnen Selbstvertrauen und Eigenständigkeit in der Gruppe zu vermitteln, erklärt Mia Schmidt vom Integrationsteam. Mit Florian Volkmann, einem Schauspieler, Musiker und Sänger „und beispielhaften Kinderversteher“ habe das Projekt dann starten können – unterstützt von der Schule, von der Musiklehrervereinigung und der Herrschinger Jugendförderung. Das Ammerseer Bauerntheater stellt darüber hinaus sein Kostümfundus zur Verfügung und das kleine Orchester der Montessorischule Inning ist auch im Boot. Das Ergebnis ist ein Musiktheater, das am Freitag, 15. Juni, im Großen Saal des Hauses der bayerischen Landwirtschaft der Öffentlichkeit präsentiert werden soll.

Mia Schmidt und Volkmann kennen sich aus einem früheren gemeinsamen Projekt: „Weltworte – ein interkulturelles und generationenübergreifendes Musik-Märchen“. Entstanden aus dem Begrüßungsangebot der Nachbarschaftshilfe Weßling, das sich Bunter Teppich nennt. Volkmann und seine Ehefrau Lia, eine gebürtige Schweizerin, hatten dann die Idee für Weltworte – ein Musik-Märchen in vier Strophen. Uraufgeführt beim Willkommenstag 2014 in Herrsching, weshalb sich Mia Schmidt für das Integrationsteam Herrsching um den Integrationspreis bewarb – und ihn auch erhielt.

Diesmal ging Mia Schmidt erneut auf Volkmann zu und stieß mit ihrer Idee auf Begeisterung. Knapp 50 Schüler im Alter von zehn bis 16 Jahren aus mehr als 13 Nationen haben ihre schauspielerischen, musikalischen und akrobatischen Talente entdeckt und sind dabei. Karl Rellensmann von der Musiklehrervereinigung (MLV) freut darüber sehr, denn die meisten kannten bis dato weder Noten noch wussten sie, Instrumente zu bedienen. Seit April geben Rellensmann und seine Kollegen Christoph Zöller, Florian Weinhart und Ludwig Himsl 25 Schülern instrumentalen Unterricht. Einige seien in die Musikschulband Zöllers integriert. „Wir können so unser Scherflein dazu beitragen“, sagt Rellensmann, der darauf hofft, dass der Saal im Juni brechend voll ist. „Letztlich ist es Patchwork-Arbeit“, was momentan geschehe, erklärt der Musiklehrer. Geprobt werde in kleinen Gruppen, manchmal auch in einer Großgruppe. „Ein Teil der Proben fand sogar schon in der Martinshalle statt“, erzählt er.

Die Arbeit ist bereits dadurch belohnt worden, dass das Bundesministerium für Wissenschaft und Bildung auf das Projekt in Herrsching aufmerksam geworden ist und es in das Förderprogramm „Kultur macht stark“ aufgenommen habe, so Mia Schmidt. Das heißt, die Probenarbeit wird finanziell und personell unterstützt.

Inzwischen sei ein „Reisetagebuch“ entstanden. Wie ein Mosaik müssen die verschiedenen Beiträge nur noch zu einem bunten Bild zusammengefasst werden zu einem Musiktheater – gestaltet von dem Weßlinger Künstler Volkmann und den Schülern der Christian-Morgenstern-Volksschule, unterstützt von der Band der Musikschule und dem Schulchor. Momentan sind Ferien, alle Beteiligten können noch einmal durchschnaufen – ab nächster Woche läuft der Countdown. Das Konzert findet am ersten Weltmeisterschaftswochenende statt. Los geht es um 15.30 Uhr. Der Termin liegt ideal zwischen den Spielen Ägypten/Uruguay (14 Uhr) und Marokko/Iran (17 Uhr), also kein Grund, nicht in das Konzert an der Rieder Straße zu gehen. Dieses ist übrigens kostenfrei, Spenden werden aber gerne angenommen. grä

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