Die Freiwilligen Feuerwehren Herrsching und Breitbrunn haben ein arbeitsintensives Jahr hinter sich.
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Die Freiwilligen Feuerwehren Herrsching und Breitbrunn haben ein arbeitsintensives Jahr hinter sich.

5600 Stunden für die Allgemeinheit

Es hat Tradition, dass Kommandant Daniel Pleyer in der Gemeinderatssitzung vor Weihnachten das Jahr der Herrschinger und Breitbrunner Feuerwehr Revue passieren lässt. Sein Fazit: weniger Übungen, viele Einsätze.

Herrsching – Sicherheitshalber rückten die Rettungskräfte der Freiwilligen Feuerwehren Herrsching und Breitbrunn heuer im Löschfahrzeug mit sechs statt neun Personen aus, ehe Kommandant Daniel Pleyer diese Woche den Herrschinger Gemeinderäten seine Jahresbilanz vorstellte. Damit im Falle einer Infektion nicht alle Freiwilligen gleichzeitig in Quarantäne müssten, erklärte er. Die gute Nachricht: „Wir hatten bisher keinerlei Infektionen.“

Verantwortlich seien die Feuerwehrmänner und -frauen für gut 11 000 Einwohner und eine Gemeindefläche von 21 Quadratkilometern, berichtete Pleyer. Hinzu kommen 1000 Hektar Wald – und zwei Hektar davon brannten im April im Riederwald lichterloh. „Wir waren sieben Stunden im Einsatz“, erinnerte er sich. Die Brandstifter wurden nie ermittelt, vermutlich waren es Spaziergänger. Fest steht hingegen der Auslöser für den Brand in einem Mehrfamilienhaus in Breitbrunn im Januar: Schaumdosen standen auf dem Herd und explodierten. Verletzt wurde gottlob niemand. Eine besondere Geruchsnote hinterließ in Breitbrunn im Sommer der Traktor, der mitsamt dem 30 000 Liter fassenden Gülleanhänger umgekippt war. Die erfolgreiche Reanimation eines im Auto kollabierten Urlaubers bewegt Pleyer noch immer. „Faktisch tot“ sei die Person gewesen, sagte er. Nur der schnelle Einsatz habe dazu geführt, dass der Mann „wach und ansprechbar war, als der Notarzt eingetroffen ist“.

Insgesamt leisteten die 77 Aktiven aus Herrsching und die 45 Aktiven aus Breitbrunn knapp 5600 ehrenamtliche Stunden. 326 Mal rückte der First Responder aus, dazu kamen 131 technische Hilfeleistungen und 71 Brandeinsätze sowie acht Brandsicherheitswachen. Besonders freute sich Pleyer über die Jugendlichen, die nach der Aktion „Helden gesucht“ im Februar zur Feuerwehr gestoßen sind. Fortan zählt Herrsching 24 und Breitbrunn neun Nachwuchslöschmeister. Ihre Ausbildung sei aufgrund der Pandemie ein wenig auf der Strecke geblieben, aber er hoffe auf bessere Zeiten, sagte der Kommandant. Die beste Nachricht überbrachte er zum Schluss: „Das Landratsamt Starnberg ist im Begriff, das Katastrophenschutzboot zu beschaffen.“ Es soll das alte Boot ersetzen.

Stellvertretend für alle Kameraden nahm Pleyer den wohlwollenden Applaus der Räte entgegen. Ihre Arbeit sei enorm wichtig, betonte Bürgermeister Christian Schiller: „Wenn die Feuerwehr nicht mehr kommt, kommt keiner mehr.“

Michèle Kirner

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